Die Etappe wurde vom französischen Meister Thomas Voeckler gewonnen. Laurent Didier und Frank Schleck trafen 13 Sekunden später mit dem Peloton ein.
Radsport in Zahlen
Paris-Nice, 4. Etappe, Crêches-sur-Saône – Belleville (191 km): 1. Thomas Voeckler (FRA/EUR) 5:04:20 Std., 2. Rémi Pauriol (FRA/FDJ), 3. Thomas De Gendt (B/VAC), 4. Rémy Di Gregorio (F/AST) alle gleiche Zeit, 5. Heinrich Haussler (AUS/GAR), 6. Peter Sagan (SVK/LIQ, … 25. Linus Gerdemann (D/LEO), Jakob Fuglsang (DEN/LEO), 54. Maxime Monfort (BEL/LEO), 58. Frank Schleck (LUX/LEO), 86. Jens Voigt (D/LEO), 88. Bruno Pires (POR/LEO), 90. Laurent Didier (LUX/SAX) alle auf 0:13, 146. Brice Feillu (FRA/LEO), 149. Wouter Weylandt (B/LEO) beide auf 13:10
Gesamtwertung: 1. De Gendt 19:26:46 Std., 2. Voeckler 0:10 Min., 3. Rémi Pauriol (FRA/ FDJ) 0:16, 4. Matthew Goss (AUS/HTC) 0:21, 5. Di Gregorio 0:24, 6. Haussler 0:27, 7. Jérémy Roy (FRA/FJD), 8. Tony Gallopin (FRA/COF), 9. Cyril Gauthier (FRA/EUR), 10. Voigt 0:35, … 19. Gerdemann, 31. Monfort, 45. Didier, 79. Pires, 90. Schleck, alle auf 0:37, 113. Fuglsang 7:58, 146. Feillu 14:35, 153. Weylandt 19:54
Am Donnerstag beginnt bei der Fernfahrt Paris-Nice der Ernst des Lebens. Auf dem Etappenplan stehen nämlich nicht weniger als sieben Anstiege, darunter zwei der höchsten Kategorie. Der erste dieser beiden Berge ist der Col de la Croix de Chaubouret in der Nähe von St-Etienne. Hier zeigte einst Jan Ullrich seinem Kontrahenten Richard Virenque die Grenzen auf (mit welchen Mitteln beide damals „kämpften“, wissen wir inzwischen).
Vorentscheidung?
Die Konkurrenten von Paris-Nice müssen die 9,8 km lange und durchschnittlich 6,6 Prozent steile Steigung schon nach rund 50 km in Angriff nehmen. Bis ins Ziel verbleiben noch über 140 km, so dass kaum mit einer Vorentscheidung in solch frühem Stadium zu rechnen ist.
Viel eher kommt da schon der Col de la Mûre in Frage, von dessen Scheitel es nur noch 9 km bis nach Belleville sind. Ehe dieser Berg an die Reihe kommt, müssen die Fahrer zuerst die Côte de Saint-Jeure-d’Ay (3. Kat.), den Col de Montreynaud (2. Kat.), die Côte de Vernoux-en-Vivarais (2. Kat.) und den Col de Comberon (3. Kat.) ersteigen. Die erste Schwierigkeit (Côte des Ayats, 3. Kat.) gibt es schon nach 29 km, also vor dem Col de la Croix de Chaubouret.
Doch zurück zum Col de la Mûre, der 7,6 km lang ist und eine durchschnittliche Steigung von 8,3 Prozent aufweist. Frank Schleck hat sich diesen Anstieg schon vor langer Zeit genau eingeprägt. „Ich glaube, dass das Feld hier aufsplittern wird“, meinte er anlässlich der offiziellen Vorstellung des LeopardTrikots. „Ich versuche alles, um vorne mit dabei zu sein.“
Gleiches hat auch Laurent Didier, der zweite Luxemburger bei Paris-Nice, vor. „Ich werde an der Seite von Richie Porte blieben. Wir wollen vermeiden, dass unser Leader vor dem ‚contre-la-montre‘ vom Freitag Zeit einbüßt.“
Die Etappe am Mittwoch verlief so ziemlich nach demselben Schema wie die vorherigen. Auf dem Programm stand erneut die lange Flucht einer Fünfergruppe, der die beiden Belgier Francis De Greef (Omega Pharma-Lotto) und Thomas De Gendt (Vacansoleil) sowie die drei Franzosen Rémy Di Grégorio (Astana), Rémi Pauriol (Française des Jeux) und Thomas Voeckler (Europcar) angehörten.
Keine „sans-grade“
Auf der hügeligen Strecke von Crèches-sur-Saône nach Belleville bauten die fünf ihren Vorsprung bis auf 4’10» aus, ehe man sich im Feld der Gefahr einigermaßen bewusst wurde. Vorne lagen nämlich keine sogenannten „sans-grade“, sondern u.a. der erste Leader von Paris-Nice (De Gendt) und der französische Meister (Voeckler).
Während De Greef später den Kontakt verlor, setzten die andern vier ihre Fahrt unbeirrt fort. Rund 15 km vor dem Ziel hatten sie noch 1’20» Vorsprung. Inzwischen war es auch zu einem virtuellen Leaderwechsel gekommen, da Thomas De Gendt seinen Rückstand auf Matthew Goss dank der Bonifikationen bei den Zwischensprints in einen Vorsprung umgemünzt hatte. Obwohl die Rabobank- und die Leopard-Fahrer auf den letzten km höllisch Tempo machten, konnten die Ausreißer ihren Vorsprung nach Belleville retten. Auf der Zielgeraden griff Voeckler an und verwies seine Konkurrenten auf die nächsten Plätze.
„Auf diesen Sieg habe ich lange gewartet“, meinte der Mann im blau-weiß-roten Dress. Schon oft war ich bei Paris-Nice sehr nahe am Sieg, doch bis zum heutigen Tag hatte es nie geklappt. Ich freue mich riesig … für mich und die Mannschaft.“
Bester „Leopard“ war Linus Gerdemann auf Platz 25 (13″ zurück). Frank Schleck beendete die Etappe auf dem 58. Rang, während Didier 90. wurde.
Durch seinen Erfolg rückte Thomas Voeckler auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung vor. Er hat zehn Sekunden Rückstand auf De Gendt, während Laurent Didier (45.) und Frank Schleck (90.) etwas mehr als eine halbe Minute (genau 37″) hinter dem Belgier liegen. Heute dürften beide nach vorn rücken, denn das Terrain in der Ardèche müsste ihnen liegen. Erster LEO-Fahrer im Gesamtklassement ist Jens Voigt auf dem 10. Platz.
Zu Demaart
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