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Carnol und Stacchiotti vorneweg

Carnol und Stacchiotti vorneweg

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Im Vergleich zum Vorjahr konnten die FLNS-Schwimmer beim 13. Euro Meet nicht das tolle Ergebnis vom Vorjahr wiederholen, als man mit sieben Medaillen sowie 16 A- und sechs B-Finals der prominenten Konkurrenz die Stirn bot.

Es waren die Vorboten für das Superjahr 2010, das mit den allgemein bekannten Sommer- und Wintermärchen die Geschichtsbücher füllte.

Dass am Wochenende „nur“ drei Medaillen, elf A- und drei B-Finalen heraussprangen, hat etliche Gründe. Zunächst schwamm die Konkurrenz schneller als noch vor Jahresfrist, zum anderen musste das FLNS-Team einige Verletzungen durchstehen (z.B. Dana Gales und Christine Mailliet), hinzu kamen krankheitsbedingte Rückschläge (z.B. Aurélie Waltzing) und zu guter Letzt befindet sich die Nationalmannschaft im Umbruch und einige junge Talente versuchen, die Lücken aufzufüllen.

Alles in allem konnte man also mit der Leistung mehr als zufrieden sein und das Ergebnis kann sich im Vergleich zum allgemeinen Niveau durchaus sehen lassen. Schließlich sprangen wie schon vor zwölf Monaten zwei Goldmedaillen heraus, in den elf Jahren zuvor nicht eine einzige.

„Wir haben gute und zum Teil sehr gute Ergebnisse gehabt“, schlägt Ingolf Bender in die gleiche Kerbe. „Wir konnten wieder zwei Siege verzeichnen. Mich interessierten aber auch die Zeiten, und da waren sehr gute darunter. Insbesondere bei einigen Nachwuchsschwimmern, gerade bei den Mädchen.“ Ohne ins Detail zu gehen, hatte der Coach aber auch Dinge zu bemängeln: „Wir hatten leider auch den einen oder anderen, wo es nicht so funktionierte, wie es sollte. Aber na gut, wir sind erst am Anfang der 50-m-Bahn“, richtete er abschließend einen positiven Blick in die Zukunft.

Die beiden Goldmedaillen gingen diesmal auf das Konto von Laurent Carnol und Raphaël Stacchiotti. Ersterer hatte vor Jahresfrist die beiden Siege allein erzielt, diesmal fiel die Konkurrenz ungleich stärker aus. Insbesondere in der Person des Franzosen Duboscq, den der Luxemburger 2010 in fünf Duellen dreimal bezwingen konnte. Carnol fügte Duboscq dabei in Paris eine Heimniederlage zu und der 28-Jährige war über 200-m Brust auf Revanche aus. „Ich war dementsprechend überrascht, dass ich bei 100 m vor Hugues lag und habe einfach durchgezogen“, freute sich der „englische Student“ über das Gold und den erneuten Meet-Rekord: „Die Zeit hat mich besonders überrascht, da ich mich in der Vorbereitung und im Examenstress befinde.“ Verspekuliert hatte sich Laurent Carnol indes über 50 m Brust, wo er das A-Finale verpasste. Schade, denn seine B-Zeit hätte im Endeffekt Bronze bedeutet: „Macht nichts, die Freude überwiegt. Die 200 m sind meine Strecke!“ Carnol schaffte zudem als einziger FLNS-Schwimmer zweimal die WM-Norm, über 100 m Brust auf das Hundertstel genau.

Nachdem Raphaël Stacchiotti am Freitag überraschend die Goldmedaille über 400 m Lagen gegen den Europameister Markus Deibler gewinnen konnte (siehe „T“ vom Samstag), hatte man gehofft, der Ettelbrücker könnte das Kunststück über 200 m wiederholen. Der Junioren-Europameister ahnte aber im Vorfeld, dass es auf seiner Paradestrecke nicht klappen konnte: „Ich wusste, dass die 400 m für Deibler zu lang waren und er nicht so stark ist.“ Über 200 m war es der Deutsche, und Stacchiotti musste sich mit der Silbermedaille begnügen. Über die sich der 18-Jährige aber nicht weniger freute, zumal er mit Platz vier und fünf über 200 m und 400 m Freistil zwei weitere A-Finalen erreichen konnte und damit das beste Ergebnis aus dem FLNS-Kader für sich beanspruchte.

Im Gegensatz zum Vorjahr mussten vor allem die beiden Rückenspezialisten an den drei Euro-Meet-Tagen ohne Medaille auskommen. Auf Sarah Rolko bezog sich dementsprechend die Kritik des Trainers. Immerhin konnte die SL-Schwimmerin zweimal ins A-Finale vordringen (einmal mit dem undankbaren vierten Platz) und ein B-Finale gewinnen.

Jedenfalls geht Sarah Rolko nach den Regeländerungen zu Beginn 2010 den Weg der kleinen Schritte. Auch Jean-François Schneiders kommt nur langsam an seine Bestzeiten heran. Aber dennoch deutlich schneller als seine Weggefährtin. Der Wiltzer zeichnete sich mit drei A-Finalen aus und seine Tendenz zeigt nach oben.

Steigende Tendenz

Nach oben zeigt auch die Tendenz beim Nachwuchs. Insbesondere zwei 13-Jährige drückten dem Meeting ihren Stempel auf und deuteten an, dass der Weg in die Nationalmannschaft kurz bevorsteht. Manon van den Bossche und Julie Meynen verfehlten jedenfalls die JPEE-Normen nur knapp. Meynen schaffte über 100 m Rücken sogar den Einzug ins B-Finale und drückte mit guten Kraul-Zeiten ihre Vielseitigkeit aus. Gleiches trifft auf Julien Henx zu, der Düdelinger ist der große Lichtblick bei den Männern.

Insgesamt konnten die FLNS-Schwimmer beim Euro Meet überzeugen. Die Chronos lagen zumeist unter denen des Vorjahres und es gab etliche persönliche Bestzeiten. Gut voran geht es auch mit dem „Capitano“ der Nationalmannschaft, Christine Mailliet hat ihre Schulteroperation gut überwunden und die Zeiten sind fast schon Liechtenstein-reif.