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Carnol mit seinem zweiten Rekord

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Nach dem etwas enttäuschenden Auftritt am Donnerstag, als Laurent Carnol und Sarah Rolko unter den Erwartungen blieben, feierte das FLNS-Trio am Wochenende einen versöhnlichen Abschluss, mit u.a. einem zweiten Landesrekord von Carnol.

Am Samstag standen alle drei luxemburgischen Vertreter auf dem WM-Block, für das Trio waren die Sprints angesagt. Im ersten Rennen des vierten Wettkampftags trat Sarah Rolko auf Bahn 9 des siebten und letzten Vorlaufs (50 m Rücken) an. Rolko schlug in ihrem Lauf als Letzte (eine Athletin war nicht angetreten) an, Siegerin wurde Rachel Groh (AUS), die vor zwei Jahren in Dubai diesen Vorlauf gewonnen hatte. Fünf Schwimmerinnen gelangten ins Halbfinale. Die SL-Schwimmerin schlug in 29″08 an und konnte damit ihre Zeit von der EM vor drei Wochen in Chartres (F) bestätigen.

Die Resultate

Vorläufe

50 m Freistil Frauen(109 Teilnehmerinnen):
1. Aliaksandra Herasimenia (BLR) 24.27, 2. Francesca Halsall (GBR) 24.41, 3. Christine Magnuson (USA) 24.42 … 16. Miki Uchida (JPN) 25.00, 35. Julie Meynen (LUX) 25.82

200 m Freistil Frauen (76 Teilnehmerinnen):
1. Zsuzsanna Jakabos (HUN) 1.55.24, 2. Veronika Popowa (RUS) 1.55.28, 3. Haruka Ueda (JPN) 1.55.32, 8. Angie Bainbridge (AUS) 1.56.09 … 45. Julie Meynen (LUX) 2.02.44 (mp. 15 J.)

50 m Rücken Frauen (61 Teilnehmerinnen):
1. Jing Zhao (CHN) 26.69, 2. Olivia Smoglia (USA) 26.75, 3. Rachel Goh (AUS) 26.86 … 16. Kira Toussaint (NED) 27.56, 31. Sarah Rolko (LUX) 29.08

50 m Brust Männer (106 Teilnehmer):
1. Aleksander Hetland (NOR) 26.60, 2. Florent Manaudou (FRA) 26.67, 3. Felipe Lima (BRA) 26.72 … 16. Fabio Scozzoli (ITA) 27.21, 34. Laurent Carnol (LUX) 27.94 (Landesrekord)

Für Julie Meynen lief es anschließend im Kraul nicht ganz so gut. Die 15-Jährige schien endgültig der langen Saison Tribut zollen zu müssen, als sie über 50 m Kraul nach etlichen Rekordzeiten doch 26/100 über ihrer Bestzeit blieb. Gewonnen wurde ihr Vorlauf von der Südafrikanerin Kemp (23.), mit einem 35. Platz unter 109 Konkurrentinnen konnte Meynen aber zufrieden sein.

Landesrekord

Im letzten Samstag-Einzelrennen beschloss Laurent Carnol seine WM mit dem Brustsprint. Der frisch gekürte Sportler des Jahres trat über 50 m Brust im zehnten von zwölf Vorläufen an. Der Nachteil war, dass der 23-Jährige in Bahn 9 schwimmen musste und am Ende Platz neun belegte. Vorlaufsieger wurde der Franzose Florent Manaudou, der Olympiasieger über 50 m Kraul. Das Chrono von Laurent Carnol blieb bei 27″94 stehen und damit lag der SCDE-Schwimmer 4/100 unter seinem Landesrekord, den er im November bei den englischen Uni-Meisterschaften geschwommen war. Fünf seiner Mitstreiter gelangten ins Halbfinale.

Am letzten WM-Tag in der Türkei war Luxemburg nur noch einmal vertreten. Im vierten Sonntagsrennen konnte Julie Meynen über 200 m Freistil zeigen, dass sie durchaus noch zulegen kann. Die SL-Schwimmerin schlug auf Bahn 4 als Fünfte des vierten Vorlaufs (von acht) an und konnte ihre persönliche Bestzeit um 63/100 unterbieten und damit auch den Rekord in AK15. Zur Landesbestzeit von Christine Mailliet (2009 bei der EM in Istanbul) fehlen nur noch 1″44. Vorlaufsiegerin wurde als Gesamt-35. die Kolumbianerin Jessica Camposano (1’59″86).

Zufrieden

Mit der Gesamtbilanz kann und muss man sehr zufrieden sein. Immerhin fehlten bei der WM in Istanbul etliche routinierte Schwimmer, allen voran Raphaël Stacchiotti, Jean-François Schneiders (Studien) und Christine Mailliet (Karriere beendet), und mit Julie Meynen feierte ein Youngster Premiere auf der WM-Bühne, dies nach einem gelungenen EM-Auftritt drei Wochen zuvor in Chartres. Mit zwei Platzierungen im vorderen Drittel konnte die 15-Jährige in der Türkei ein tolles Resultat abliefern, das für Zukunft durchaus auf eine Halbfinal-Teilnahme hoffen lässt. Allzu viel fehlte in Istanbul nicht. Die Belohnung für Julie Meyen waren zum Jahresabschluss ein Landesrekord (100 m Kraul) und zwei „meilleures performances“ bei den 15-Jährigen (100 m und 200 m Kraul).

Trotz der Verjüngungskur konnte das FLNS-Trio an die Erfolge der WM 2010 in Dubai anknüpfen, mit Potenzial nach oben und Hoffnung auf weitere (Halb-)Finalteilnahmen. Maßgeblichen Anteil daran hatte auch Sarah Rolko, die nach einer dreijährigen Durststrecke (u.a. wegen einer schweren Verletzung) in Istanbul so langsam an alte Leistungen anknüpfen konnte. Der Knoten war bei der 18-Jährigen in Chartres geplatzt. Insbesondere über 100 m Lagen konnte sich Sarah Rolko (mp. 18 Jahre) deutlich verbessern, Schade nur, dass sie über 200 m Rücken nicht an ihr EM-Ergebnis heranreichte.

Erhöhter Druck

Es war eines der beiden Freitag-Rennen, die leider unter dem Einfluss der Sportlerehrung am Donnerstag in Mondorf standen. Hier war Laurent Carnol als erster Schwimmer zum Sportler des Jahres gekürt worden. Jedenfalls erhöhte das den Druck für die Freitagsrennen, möglicherweise war die Freude zu groß. Die Folge war, dass der WM-Elfte von Dubai über 200 m Brust unter seinen Möglichkeiten blieb. Dass die Form in Istanbul stimmte, das konnte Laurent Carnol bei seinen anderen Auftritten unter Beweis stellen, als er sowohl über 50 m als auch über 100 m Brust seinen eigenen Landesrekord unterbieten konnte.

Damit resümierte sich der FLNS-Einsatz in Istanbul auf drei Landesrekorde und drei „meilleures performances“ bei elf Rennen. Das beste Ergebnis erzielte Laurent Carnol mit einem 13. WM-Platz über 200 m Brust. Im Vergleich zur WM im 50-m-Becken und zu den Olympischen Spielen wäre dies einem Halbfinale gleichgekommen.