Sollte es mit der Meisterschaft nicht klappen, werden sich die Besitzer aus Abu Dhabi fragen, ob sie nicht auch anderswo einen Ligapokal für weniger Geld gekriegt hätten. Bei Manchester United fragt man sich, was man kommende Saison mittwochs und dienstags anstellen soll und wo das Mittelfeld abgeblieben ist. Eine groß angelegte Suchaktion hat keine Ergebnisse gebracht, auch nicht Sonntag gegen Liverpool, obwohl aus der Mannschaftsaufstellung hervorging, dass vier Mittelfeldspieler zu Spielbeginn aufs Feld gelaufen waren.
Dass Manchester United nicht gerade scharf darauf ist, dem Nachbarn City den Weg zur Meisterschaft zu ebnen, ist bekannt. Dass man City so hassen würde, wie es die Leistung gegen Liverpool andeutete, war doch überraschend. Dies war der Höhepunkt im Bestreben von Moyes, mit aller Macht einen weiteren Titel für City zu verhindern. Da soll er ruhig den Schiedsrichter kritisieren, der nach einer unterlassenen Gelb-Roten Karte gegen einen United-Verteidiger einen Riesen-Schuldkomplex entwickelte, der das Klima in Old Trafford grundlegend veränderte und im Strafraum unerlaubten Rückenwind aufkommen ließ, der die Liverpooler Stürmer zweimal aus der Flugbahn und Vidic in Rage brachte.
Liverpool ist auf Meisterschaftskurs, United auf Schlingerkurs. Kommenden Dienstag spielt United zuhause gegen City. So wie es aussieht, wird City mindestens so leichtes Spiel haben wie Liverpool. Vielleicht sollte Moyes schnellstens ein Freundschaftsspiel in Lourdes organisieren. Irgendeiner muss den Jungs doch Beine machen.
Guter Ruf ist wurscht
Leicht betroffen zeigte sich auch Herr Mourinho wegen der zwei Roten Karten gegen Chelsea beim Spiel gegen Aston Villa. Und das obwohl das Foul von Ramires in anderen Ländern als eindeutige Kriegshandlung mit Gewaltanwendung gegolten und demnach den UNO-Sicherheitsrat beschäftigt hätte. Mourinho legte der FA nahe, Schiedsrichter Foy nicht mehr zu Spielen von Chelsea abzukommandieren, die FA-Disziplinarkommission wird demnächst Herrn Mourinho nahelegen, ihr doch gefälligst um die 20.000 Pfund auf ihr Strafkonto zu überweisen, wegen Rufschädigung des englischen Fußballs in aller Öffentlichkeit. Als ob die Champions League hier nicht schon genug erreicht hätte.
Die englische Presse verfolgt mit großem Interesse die Affäre um Lulima-Boss Uli „Mir ist alles wurscht“ Hoeneß und wundert sich über dessen Rücktritt als Präsident im Zuge seiner Verurteilung. Ein Geschäftsmann mit Vorstrafenregister und nicht gerade vorbildlichem Ruf, das ist in England zwar nicht unbedingte Voraussetzung für eine leitende Funktion oder gar die Übernahme eines Fußballvereins, doch niemals ein Hindernis.
Zur Entlastung von UH ist zu sagen, dass nicht jeder von sich behaupten kann, den Kokainhandel unter deutschen Trainern aufgedeckt und die Doktorarbeiten von Matthäus und Effenberg geschrieben zu haben. Man sollte, schreibt die englische Presse, Sport und Privatleben doch gefälligst auseinanderhalten und veröffentlicht in der gleichen Ausgabe pikante Details und Fotos von Stars der Premier League bei nächtlichen Ausflügen in die Disco, bei Schlägereien in Nachtklubs oder beim Besuch ihrer Mätressen in der Entbindungsklinik.
Zu Demaart
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