In Belgien ist am Sonntag der vor 25 Jahren gekidnappten Teenager An Marchal und Eefje Lambrecks gedacht worden. Die beiden 17- und 19-jährigen Frauen waren in der Nacht vom 22. August 1995 von Marc Dutroux entführt und später getötet worden. „Wir müssen die kollektive Erinnerung wachhalten“, sagte der Bürgermeister der Stadt Hasselt, Steven Vandeput, bei der Gedenkveranstaltung. „Es ist wichtig, dass wir uns an diese schrecklichen Ereignisse erinnern, sodass wir nur hoffen können, dass so etwas nie mehr wieder passiert.“ Wegen der Corona-Pandemie war die Veranstaltung nur für nächste Angehörige – sie konnte aber online verfolgt werden.
Die „Affäre Dutroux“ hat in den 90er Jahren ganz Belgien erschüttert. Dutroux entführte sechs Mädchen, missbrauchte sie und folterte sie in einem geheimen Verlies seines Kellers. Dort starben vier von ihnen. Seine damalige Frau und Komplizin Michelle Martin half bei der Jagd auf die weiblichen Opfer und ließ zwei im Keller verhungern. Sie kam im Sommer 2012 unter Auflagen frei. Der heute 63-jährige Dutroux sitzt nach wie vor im Gefängnis. (dpa)
Zu Demaart
Dutroux wird nun wohl in der nächsten Zeit aus dem Gefängnis entlassen. Das lese ich immer wieder in der flämischen Presse. Er wird Polizeischutz erhalten und mit ein wenig Glück, wird er in einer katholischen Einrichtung aufgenommen um dort zu leben. Seine Ex und Mitmörderin Martin lebte nach ihrer Freilassung einige Zeit bei den "soeurs clarisses de Malonne" . Martin hat dann ein Studium in Namur erfolgreich abgeschlossen, in Sachen "Recht". Martin zahlte meines Wissens nach niemals einen Cent Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen der Opfer. Und genau so wird es mit Dutroux geschehen, er kommt frei und lebt weiter.
Die kollektive Erinnerung wachhalten und die Hintermänner , die Netzwerke dieser traurigen Episode belgischer Geschichte wurden nie ermittelt oder ignoriert. „Affaire Belge“