Superreiche Investoren und riesige multinationale Konzerne dominieren seit Jahrzehnten den Lebensmittelmarkt in den Industrienationen. Durch die Ausweitung ihrer Tätigkeiten in Schwellen- und Entwicklungsländer wächst ihre Macht noch weiter. Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, erklärt im Interview, wieso diese Entwicklung zuhöchst besorgniserregend ist.
Tageblatt: Im „Agrifood Atlas“ zeigen Sie auf, dass immer weniger Investoren und multinationale Konzerne immer mehr Kontrolle über die Produktion und den Vertrieb von Lebensmitteln haben. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?
Den Essensfälscher( grosse Lebensmittelkonzerne) geht es nicht darum die Menschen mit guten, gesunden Lebensmitteln zu versorgen- im Vordergrund steht der Gewinn um jeden Preis. Und die Politik agiert als Dienstleister der Industrie und setzt auf Konsens und Runde Tische statt auf wirksame Gesetze. Die Nahrungsmittelkonzerne sind an die Grenze ihren Wachstumsmöglichkeiten gestossen. Also drehen sie uns milliardenschweren Werbe-Etats von vermeintlich neue besssere Produkten vor. Sie gaukeln jedoch Qualitàt vor und gefährden zudem oft genug unsere Gesundheit. LIEBE OMA, KOMM ZURÜCK, ICH BIN AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN QUALITÄT, ICH HABE SEHNSUCHT NACH BEWÄHRTEM, ECHTEN, TRADITIONELL GUTEM, HANDWERKLICH ERZEUGTEM ......