Der Rettungsplan sieht unter anderem Milliarden-Verluste für den Finanzsektor und einschneidende Reformen zur Sanierung der Wirtschaft vor. Ökonomen und Diplomaten begrüßten zwar den Plan als ersten richtigen Schritt, zeigten sich aber skeptisch, dass die vorgesehenen Einschnitte bei den Staatsausgaben und die Neuordnung des Bankensystems nach Jahren des Verschleppens von Reformen gelingen könne.
Viel Wut
Das Land am Mittelmeer erlebt derzeit eine der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Im März musste die Regierung erstmals erklären, dass sie fällige Staatsanleihen nicht zurückzahlen kann. Die libanesische Lira hat im Vergleich zum Dollar in den vergangenen Monaten mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren. Die Corona-Pandemie verschärft die Krise. Viele Libanesen klagen, dass sie wegen der Inflation ihre Familien nicht mehr ernähren können.
Kritiker werfen der Führungselite vor, sie sei reformunwillig. Sie hoffen, dass der IWF als Gegenleistung für Hilfe weitreichende Reformen verlangt. Diab hatte am Donnerstag einen Rettungsplan vorgestellt, zu dem auch zusätzliche ausländische Unterstützung in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar (etwa neun Milliarden Euro) zählt.
Bereits im vergangenen Oktober hatten Massendemonstrationen gegen die politische Führung, die Korruption und die schlechte wirtschaftliche Lage begonnen. In dieser Woche griffen wütende Demonstranten Banken an und zündeten mehrere Filialen an. (AFP, dpa)
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