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Region TrierHandel befürchtet Millionenverlust durch ausbleibende Luxemburger

Region Trier / Handel befürchtet Millionenverlust durch ausbleibende Luxemburger
Der Trierer Hauptmarkt ist für viele Luxemburger derzeit praktisch unerreichbar. Foto: Pixabay

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Die Einstufung des Großherzogtums als Corona-Risikogebiet gleicht laut IHK Trier einer Grenzschließung. Leiden die grenzüberschreitenden Beziehungen dauerhaft?

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier warnt vor den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des faktischen, seit über einem Monat geltenden Einreiseverbots für Luxemburger. Seit Deutschland das Großherzogtum wegen einer steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen zum Risikogebiet erklärt hat, dürfen Bürger eigentlich nur dann über die Grenze kommen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen oder sich zwei Wochen in Quarantäne begeben. Dadurch kommen derzeit deutlich weniger Luxemburger zum Einkaufen oder zum Restaurantbesuch diesseits der Grenze. „Die Umsatzeinbußen sind erheblich“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer. Allein in der Stadt Trier betrage die jährliche Wertschöpfung durch Kunden aus dem Großherzogtum rund 150 Millionen Euro. Bei einigen Betrieben läge der Umsatzanteil durch Luxemburger Kunden sogar bei mehr als 50 Prozent. „Faktisch geschlossene Grenzen stiften daher Tag für Tag einen erheblichen wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Schaden. Uns allen sollte klar sein: Diese einschneidenden Eingriffe in die Grundfreiheit der Freizügigkeit dürfen nur so lange aufrechterhalten werden, wie die Bedrohungslage dies erfordert“, sagt Glockauer.

In sozialen Netzwerken ist zu lesen, dass es vereinzelt zu Anfeindungen von Luxemburgern in Deutschland gekommen sein soll. Es ist die Rede davon, dass einige nicht in Geschäfte reingelassen  wurden oder dass Autos von Luxemburgern vor Discountern zerkratzt worden seien. Deutsche Grenzgänger berichten, dass das Verhältnis zu Luxemburger Kollegen derzeit angespannt sei. Es gibt allerdings auch andere Beispiele. Eine Deutsche, die in Luxemburg wohnt und täglich zum Arbeiten nach Deutschland kommt, sagt, dass sie bislang keine Nachteile oder Anfeindungen erlebt habe.

„Keine bleibenden Schäden“

Der IHK seien Fälle von Diskriminierung von Luxemburgern in hiesigen Geschäften nicht bekannt, betont Glockauer. „Einzelhandel oder Gastronomie und Hotellerie wünschen sich sehnlichst eine Rückkehr zur Normalität. Sie tun alles dafür, dass das derzeit auf eine schwere Belastungsprobe gestellte Verhältnis nicht noch weiter beschädigt wird.“ Glockauer kritisiert die Äußerungen vom Präsidenten des Hotel- und Gaststättenverbandes Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann. Der hatte gesagt, dass Luxemburger nur bei Vorlage eines negativen Corona-Tests in hiesigen Hotels übernachten dürften.

Der Luxemburger Regionalforscher Christian Wille geht nicht davon aus, dass es zu bleibenden Schäden der grenzüberschreitenden Alltagsbeziehungen kommen wird. Die gegenseitigen Anfeindungen seien „Ausdruck einer tiefen Verunsicherung“ und empfundenen Angst: „Wenn den vertrauten Nachbarn, Arbeitskollegen oder Tischnachbarn über einen amtlichen Akt plötzlich ein Risiko-Stigma angeheftet wird, kommt Misstrauen und ein soziales Bedürfnis nach Schutz und Abgrenzung auf“, sagt Wille.

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen in Luxemburg in den vergangenen Tagen rückläufig war, hat Deutschland die Einstufung als Risikogebiet bis Sonntag noch nicht zurückgenommen. Seit Freitag gilt auch für ganz Spanien (außer den Kanaren) eine Reisewarnung. Alle Urlaubsrückkehrer von dort müssen sich testen lassen und in Quarantäne bleiben, bis sie ein negatives Ergebnis haben.

* Der Autor ist Redakteur des Trierischen Volksfreunds, wo dieser Artikel zuerst erschienen ist

John Dinckelspiel
19. August 2020 - 8.11

Geld ass besser hei am Land wei iegendwu anecht

Lorry
19. August 2020 - 0.32

Trier.....nein danke!!! Lo fuere mer op Arel :-)

HTK
18. August 2020 - 16.40

Wer rupft das Huhn das goldene Eier legt? Überspa(h)nte Politiker die nicht Rückgrat genug haben um eigene Entscheidungen zu treffen.Die "Spezialisten" des RKI sagen was Sache ist und der Minister folgt in blindem Gehorsam.

Wouters
18. August 2020 - 16.35

Do gesait een,Deutschland über alles,ech hun bis zu 15.000€ am joer zu Trier ewech gin an sin emmer gären shopping machen gangen,wei zu Perl an Tuning fir den Auto,mee daat ass mer leider elo vergaangen an wärt esou baal nett mei an Daitschland fuehren.

Klitz
18. August 2020 - 9.16

Man sagt ja „never say never“ jedoch ist mir die Lust an einem baldigen Besuch in D vergangen. Die Deutschen haben gezeigt was sie wirklich drauf haben. In punkto Europa jedenfalls recht wenig wenn nicht gegen null. Xenophobie, Kleinkariertheit und Feigheit sind die vorherrschenden Geister. Am meisten enttäuscht bin ich jedoch von Europa selbst das sich immer mehr als eine Luftnummer entpuppt und nur in wirtschaftlicher Hinsicht wirkt. Also genau das was unsere „Freunde“ von drüben wollen wie man auch in diesem Artikel sieht. Auch wenn die EU in Gesundheitsfragen keine Zuständigkeit hat sind solche Krisenzeiten eine Gelegenheit neue Kompetenzen an sich zu „reißen“. Die Frau VDL ist jedoch eine komplette Fehlbesetzung an der Spitze der Kommission! Das einzige was man von ihr in punkto Corona gesehen hat war im März ein Video wie man sich die Hände waschen soll. Für eine Ärztin sehr schwach. Sie hat sich allenfalls dadurch ausgezeichnet dass sie die Vorgaben und Entscheidungen ihrer Gönner aus Berlin und Paris stets passiv abgenickt hat. Auch und vor allem als der Schengenvertrag massiv vergewaltigt wurde. Die „Hüterin der Verträge„ hat also komplett versagt denn da hätte die Kommission einschreiten und ihre Rolle spielen müssen. Die Befürchtungen der SPD und Grünen bei VDL‘s Ernennung haben sich leider mehr als bestätigt. Sie ist nur eine Marionette Berlins. Das deutsche Europa ist quasi Wirklichkeit!

Leblanc
18. August 2020 - 7.10

Ich dänke schon das viele Luxemburg nicht mehr nach Trier Einkaufen kommen. Viele zieht es wieder nach Belgien oder nach Frankreich zum Einkaufen.

Let‘z happen
18. August 2020 - 6.23

Einmal gebrandmarkt, immer gebrandmarkt.Der Luxemburger dankt, er als Aussätziger behandelt wurde.„Letzebuerger huet och Geschäfter“.

Flick R.
17. August 2020 - 23.45

Viele Luxemburger werden dies mit Sicherheit hinnehmen und wieder nach Deutschland zurückkehren. Jedoch ein Nachgeschmack wird bleiben und die Frage, was ist der nächste Grund dass Deutschland, Berlin die Regierung aus Deutschland wieder Grenzen dicht macht. Wer nicht eine gesamte europäische Lösung anstrebt, verfällt gerne wieder mit Grenzen in einen eigenständigen Nationalstaat und nicht zugehörigen Schengenraum zurück, bestes Beispiel Grossbritanien. Freiheit in Europa kann nur stattfinden in dem es keine Grenzen gibt. Politiker, die wie jetzt, immer unterschiedliche Wege angehen Grenzen dicht zu machen da sie nur ihr Land schützen wollen, sind keine Europäer und auf längere Sicht eine Gefahr für Europa. Europa kann man nur verstehen wenn man alle Völker gleich behandelt und für alle die gleichen Kriterien festlegt.

HTK
17. August 2020 - 22.11

Spahn wird's schon richten.