US-Präsident Barack Obama und sein Kontrahent Mitt Romney müssen in 50 Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington jeweils gegeneinander antreten. Bei einer Mehrheit können sie die jeweils vergebene Wahlmännerzahl auf ihr Konto verbuchen. Bei einer Niederlage gehen sie leer aus. Dadurch ergeben sich weit mehr als zwei Billiarden Kombinationen für einen Wahlsieg, so die Statistiker der US-Universität Princeton.
Doch weil die Wahl in rund 40 Staaten und der Hauptstadt laut Umfragen höchstwahrscheinlich schon entschieden ist, schrumpfte die Zahl möglicher Ergebnisse bereits deutlich. Die Macher des Online-Rechenschiebers «270 to win» (270 Wahlmänner für den Sieg) kamen in der Nacht zum Montag bei elf unentschiedenen Staaten auf 171 Wege, wie Obama am 6. November als Gewinner hervorgehen könnte und auf 161 Kombinationen, mit denen Romney zum Ziel kommen würde. 32 Mal könne es gar zu einem Unentschieden von 269 zu 269 Wählmännern kommen.
Ausschluss-Kriterium
Diese Zahlen klingen zunächst nach einem offenen Rennen, doch bei genauer Auswertung aktueller Umfragen sehen die Statistiker, dass Obama wesentlich größere Chancen habe als Romney – etwa bei 80 zu 20 lägen sie für den Amtsinhaber. Grund sei, dass Romney auf deutlich weniger Wahlmännerstimmen aus für ihn sicheren Staaten bauen kann. Würde er etwa in Florida, das 29 Wahlmänner vergibt und wo er in Umfragen führt, nicht gewinnen, sinke seine Siegchance rapide. Auch die «New York Times» gibt sich sicher, das der Republikaner ohne Florida wohl auf das Weiße Haus verzichten müsste.
Bei Obama dagegen gebe es so ein Ausschluss-Kriterium eher nicht. Eine Niederlage des zuletzt als so wahlentscheidend eingestuften Staates Ohio ließe die Türen für einen Gesamtsieg weiter offen. Sollte Romney aber gleichzeitig in Florida gewinnen, dann kippt das Rennen plötzlich. Obamas Siegchance rutsche dann auf 42 Prozent ab, meinen die Statistiker. Für Spannung dürfte also gesorgt sein.
Zu Demaart
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