
Das Blatt gehört der bislang kremlnahen Partei Gerechtes Russland, die sich im Umbruch befindet und als Oppositionskraft etablieren möchte. Es bestehe der Verdacht auf extremistische Inhalte, zitierte die Agentur Interfax am Dienstag einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden in St. Petersburg.
Nach Angaben der Partei Gerechtes Russland hatte die Polizei am Montag zwei Lieferwagen mit den Zeitungen gestoppt. Zudem seien am Dienstag mehrere Zeitungsboten festgenommen worden. Hinter den Aktionen stecke eine Intrige, um die Zeitung auszulöschen, sagte die Petersburger Parteichefin Oxana Dmitrijewa.
Prüfung erst nach der Abstimmung
Die Polizei kündigte an, ihre Prüfung erst nach der Abstimmung am 21. August abzuschließen. Zu der Kommunalwahl tritt auch die umstrittene Petersburger Gouverneurin Valentina Matwijenko an. Die 62-Jährige benötigt ein Mandat, damit sie auf den prestigeträchtigen Posten der Chefin im Föderationsrat gewählt werden kann. Die Vertraute von Ministerpräsident Wladimir Putin steht seit längerem unter dem Verdacht der Korruption und Vetternwirtschaft.
Bereits Mitte Juli hatten die Behörden von Putins Heimatstadt St. Petersburg nach einem kritischen Bericht über Matwijenko fast die komplette Auflage des renommierten Wochenmagazins «Kommersant Wlast» eingezogen.
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