Die Pilger waren am Sonntag auf dem Weg zu einem Tempel in Ratangarh in der Region Chambal, als die Panik auf einer Brücke ausbrach – offenbar weil das Gerücht umging, die Brücke über dem Fluss Sindh breche zusammen. Viele der Opfer fielen oder sprangen in den Fluss. Die Behörden befürchteten, dass einige Leichen durch die Strömung weggerissen wurden.
Örtliche Medien berichteten, bis zu 500 000 Menschen seien am letzten Tag des zehntägigen Navaratra-Festes unterwegs zum Tempel im entlegenen Dorf Ratangarh gewesen, um der Göttin Durga zu huldigen. Wie viele zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke waren, blieb zunächst unklar. Angehörige suchten im Krankenhaus verzweifelt nach ihren vermissten Verwandten. Dutzende wurden dort am Montag noch behandelt.
Schon die zweite Panik
Es war bereits die zweite Massenpanik in Ratangarh. 2006 kamen dort rund 50 Menschen ums Leben. Anschließend wurde die dortige Holzbrücke durch eine aus Beton ersetzt. Ingenieuren zufolge war die Brücke nicht beschädigt und war auch nach der Massenpanik noch passierbar. Die Behörden ordneten eine Untersuchung an. Ministerpräsident Manmohan Singh äußerte «große Trauer und Schock über den Verlust von Menschenleben».
Bei Pilgerfesten in Indien kommt es immer wieder zu Massenpaniken. 2011 kamen am Sabarimala-Schrein in Kerala 100 Menschen ums Leben, 2008 starben am Chamunda-Devi-Tempel in Jodhpur im Nordwesten Indiens 250 Pilger.
Zu Demaart
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