Seit zehn Jahren veröffentlicht die US-Denkfabrik Fund for Peace jährlich eine Skala, den sogenannten «Fragile States Index», in dem Staaten auf ihr Risiko von Staatszerfall hin untersucht werden. In dem Ranking werden zahlreiche Faktoren bewertet. Neben der Lebensqualität werden sozialen und wirtschaftliche Indikatoren unter die Lupe genommen.
Dabei werden die Staaten in vier unterschiedliche Hauptklassen aufgeteilt: Very sustainable (sehr tragbar, zukunftsfähig), sustainable (zukunftsfähig, tragbar), Moderate (moderat), Warning (Warnung) und Alert (Alarm). Alert umfasst bereits gescheiterte Staaten oder jene, die drohen, sich zu einem zu entwickeln. Daneben gibt es noch Untergruppen wie Highly Stable (Hochstabil) sowie 12 Farbunterschiede – (rot) schlecht bis blau (gut). Der Index ist eine Negativrangliste.
«Sustainable»
Luxemburg rangiert 2015 im Fragile-States-Index (Link) der US-Denkfabrik «Fund for Peace» auf Rang 174 und liegt damit in der Kategorie «sustainable» (zukunftsfähig, tragbar). Allerdings geben den «Denkern» aus den USA unsere wirtschaftliche Entwicklung zu denken. Sie ist rot markiert. Noch übler sieht es bei der Einkommens- und Vermögensverteilung (dunkelrot) aus.
Deutschland landet auf Rang 165. Nachbar Belgien kommt auf Rang 163. Liegt aber eine Kategorie unter uns («Highly Stable», also hochstabil). Frankreich belegt Rang 160 und gehört zur Kategorie «Highly Stable». Die Finnen aus dem hohen Norden machen das Rennen. Sie gelten als «sehr tragbar und führen die 178-Länder-Liste vor Schweden und Norwegen an. Griechenland zählt trotz aller Problematik mit Rang 134 noch zu den stabilen Staaten. Warnungen gibt es unter anderem für Staaten wie Mexico, Kapverden, Serbien, Türkei und Marokko.
«Very high alert»
Ganz übel sieht es für die Staaten Sudan, Zentralafrikanische Republik, Somalia und Südsudan. Hier gilt ein «very high alert». Sie gelten für die Denkfabrik als gescheitert, da sie gewisse Kernfunktionen nicht mehr wahrnehmen können. Sie liegen auf der langen Liste auch ganz unten.
Kleiner Hinweis, die Forschungsmethoden von «Fund for Peace» gelten aber nicht als wissentschaftlich gesichert. Laut Fund for Peace entsteht die jährliche Tabelle aus tausenden von Artikeln aus globalen und regionalen Quellen. Unabhängige Forscher haben allerdings keinen Einblick in diesen Datensatz.
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