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«Wir sind gut aufgestellt»

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Schulminister Claude Meisch ist zuversichtlich. Die Schule sei gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern - auch die Ankunft von weiteren Flüchtlingskindern.

Bildungsminister Claude Meisch bleibt angesichts der Kritik an seiner Politik gelassen. Bei Veränderungen gebe es immer Leute, die nicht mit dem eingeschlagenen Weg einverstanden seien, so Meisch im RTL-Interview. Die Reformen seien aber notwendig, um der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, dass alle Akteure zusammenarbeiten, so Meisch, der unter anderem froh ist, dass eine Lösung im Streit mit den Sekundarschullehrern gefunden wurde.

Thema im RTL-Interview war auch die Bewältigung der Flüchtlingskrise. In Luxemburg können bis zu 900 Flüchtlingskinder zur Schule geschickt werden, erklärte der Bildungsminister. Dazu sollen zwei Unterrichtsstunden pro Kind hinzukommen. Die Integration von ausländischen Kindern sei nichts neues, unterstrich Meisch im RTL-Interview. Im Augenblick würden schon 2.000 ausländische Kinder in die Schule integriert. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden funktioniere hervorragend. Die Integration dürfe aber nicht zum Nachteil der anderen Schüler geschehen. Auch investiert der Staat in diesem Zusammenhang mehr in die Betreuung der Kinder der Asylanten. Unter anderem die Kindertagesstätten (Maisons Relais) erhalten mehr Geld.

Verzögerung

Was den Werteunterricht betrifft, so bestätigte Claude Meisch die Verzögerung bei seiner Einführung. In diesem Monat soll aber das pädagogische Konzept stehen. Danach müsse noch das Lehrmaterial zusammengestellt werden. Der Werteunterricht soll dann in der Sekundarschule ab dem nächsten Schuljahr eingeführt werden. Bei der Grundschule verzögert sich die Einführung um ein Jahr. Es sei normal, dass im Rahmen der Einführung dieses Unterrichts eine Debatte stattfindet. Sie müsse aber im gegenseitigen Respekt geführt werden, warnt Meisch. Er strebe in der Frage auf jeden Fall den größtmöglichen Konsens an.

Bei der gratis Kinderbetreuung wird den Sprachenkenntnissen einen großen Stellenwert eingeräumt. Das Lernen falle kleinen Kindern einfach, so Meisch. Luxemburg habe den Vorteil der Vielsprachigkeit. Deshalb soll demnächst in den Betreuungseinrichtungen ein kostenloser «spielericher» Sprachunterricht eingeführt werden. Interessierte Häuser, die am Programm teilnehmen wollen, sollen sich beim Unterrichtsministerium melden, so Meisch. Auch bei der Rekrutierung des Personals der Betreuungsstrukturen soll der Vielsprachigkeit Rechnung getragen werden, betont Meisch.

In Zukunft sollen auch die «Chèques-Services» für Kinder von Grenzgängern gelten. Sein Ministerium werde aber auf den Respekt der Qualitätsstandarts achten, bekräftigte der Minister.

Spezialisierung wird gefördert

In Punkto Reformen sei man dabei die Lehrpläne der Vorschule und des Kindergartens anzupassen. Ziel sei es mehr Kinder in die Vorschule zu locken. Im Augenblick besucht ein Viertel der Kinder nicht die Vorschule. Erste Vorschläge sollen nächsten Monat vorgelegt werden, erklärte Meisch auf RTL.

Was die Reform der Sekundarschilen anbelangt, so plädiert der Minister für mehr Vielfalt, mehr Autononmie für die Schulen und eine Spezialisation (Mathe, Wissenschaften, Informatik, Sprachen sogar Chinesisch…) der einzelnen Lyzeen. Die Schulen müssten aber freiwillig bei diesem Projekt mitmachen. Auch die Gründung eines Fach-Lyzeums wird in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen.

Individuelle Betreuung

In der Grundschule ist geplant, die sogenannte «pädagogische Unterstützung» enger an den «Plan de réussite» zu binden. Auch sollen mehr Experten eingestellt werden, die zum Beispiel Kindern mit Verhaltens- oder Lernschwierigkeiten zur Seite stehen. Claude Meisch spricht sich in diesem Zusammenhang für die Schaffung von nationalen Zentren für Kinder mit Lernproblemen aus. Auch das Schulinspektorat soll in der Grundschule reformiert werden.

Schließlich sei der Gesetzentwurf über die Berufsausbildung nicht in Marmor gemeißelt. So soll unter anderem den Vorschlägen der Arbeitgeber Rechnung getragen werden. Die Bewertung der Fähigkeiten und der effiziente Orientierung der Auszubildenden seien Kernpunkte der Reform, so Meisch. Bis zum nächsten Schulanfang soll das definitive Konzept stehen, so der Minister. Aber auch hier sei der Konsens zwischen allen Akteuren wichtig.

In der Frage der Lehrbeauftragten verschließt sich der Minister sich nicht weiteren Diskussionen, unter anderem was das Statut der «Chargés» in der Grundschule betrifft.

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