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In Steinfort sollen ab 2016 Flüchtlinge in Containerdörfern untergebracht werden. Die Bürgerinitiative „Keen Containerduerf am Duerf“ spricht sich gegen das geplante Projekt aus.

Im September kündigte Innenminister Dan Kersch an, dass rund 300 Flüchtlinge in der Gemeinde untergebracht werden sollen. Er sprach von 600 Containern von je 15 Quadratmetern, die als provisorische Unterkunft in Steinfort dienen sollten.

Die Bürgerinitiative „Keen Containerduerf am Duerf“ fühlt sich jedoch von der Politik im Stich gelassen. Sie spricht sich gegen den Standort sowie die Art und Weise, wie die Flüchtlinge untergebracht werden, aus.

Gegen das Containerdorf

„Nee, mir sinn net géint Flüchtlingen! Mir si géint d’Konzept vum Containerduerf zu Stengefort. Mir si géint de Site vum Containerduerf“, steht auf einem Flyer der Bürgerinitiative.

In einem Brief an den Gemeinderat beschreibt die Initiative das geplante Containerdorf mit folgenden Worten: „Ils seront surveillés par des gardes et enfermés par de hautes clôtures dans le ‚camp‘ illuminé jour et nuit par des lumières dignes d’un stade de football, au grand dam des personnes y résidant, des riverains et de la nature. Ce genre de pollution est connu pour avoir des conséquences néfastes pour la santé qui peuvent inclure des troubles de sommeil et du rythme circadien; et a été lié au cancer et à l’obésité.“

Durch einen Zaun geschützt

Auf Anfrage des Tageblatt beim „Office luxembourgeois de l’accueil et de l’intégration“ erklärte eine Verantwortliche, dass jede Flüchtlingsunterkunft gesetzlich durch einen Zaun geschützt sein muss, um die Privatsphäre sowie die Sicherheit der Flüchtlinge zu garantieren. „Der Zaun dient nicht dazu, die Flüchtlinge einzusperren“, betonte die Verantwortliche der OLAI mehrmals.

Zum Thema Lichtverschmutzung wurde uns von der OLAI versichert, dass das Containerdorf nicht heller beleuchtet sei als irgendeine andere Straße im Großherzogtum. Ein weiterer Kritikpunkt der Bürgerinitiative an dem Containerdorf ist die befürchtete Ghettoisierung, die es verhindere, dass sich die Flüchtlinge in ihre neue Umgebung integrieren könnten und es zu Unruhen kommen könnte, da die Menschen auf engstem Raum zusammenwohnen müssten.

Integration

„Zur Integration der Flüchtlinge bietet die OLAI Sprachkurse an. Die Flüchtlingskinder werden die öffentliche Schule besuchen, was auch zur Integration beitragen wird“, erklärte die Verantwortliche der OLAI.

Der geplante Standort sei laut Aussagen von „Keen Containerduerf am Duerf“ in einer Natura- 2000-Zone und müsse geschützt werden. „Le site choisi par les autorités se situe en marge d’un habitat de chauves-souris, d’oiseaux, chevreuils, vers luisants et d’autres espèces animalières protégées (oiseaux rares) et en marge d’une forêt protégée recueillant des espèces rares“, so die Bürgerinitiative in ihrem Brief an den Bürgermeister.

Einen alternativen Standort für das Containerdorf in der Gemeinde Steinfort nennt die Bürgerinitiative jedoch nicht. Wie lange die Flüchtlinge in Steinfort wohnen bleiben sollen, konnte das OLAI nicht beantworten. Die Container seien jedoch nur eine Übergangslösung.

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