Der 51-Jährige war bei Booz Allen Hamilton angestellt, dem Unternehmen, bei dem Edward Snowden zum Zeitpunkt seiner Enthüllungen beschäftigt war. Der am Mittwoch veröffentlichten Anklage zufolge wurde der zweite Mitarbeiter bereits im August festgenommen.
Nach Angaben des Justizministeriums hatte er Zugang zu streng geheimen Material und vertrauliche Informationen entwendet. Der Zeitung «New York Times» zufolge untersucht die Bundespolizei FBI, ob der mutmaßliche Datendieb den Quellcode von Programmen entwendet hat, die entwickelt worden seien, um in die Netzwerke von Staaten wie Russland, China, Iran oder Nordkorea einzudringen.
«Kein Snowden»
Allerdings sei noch vieles an dem Fall unklar, berichtete das Blatt weiter. Dazu gehöre, ob der Mann das Material weitergeleitet habe oder was sein Motiv gewesen sein könne. Nach ersten Erkenntnissen handle es sich nicht um Spionage oder um einen politisch motivierten Akt – «kein Snowden», zitierte die Zeitung aus den Kreisen. Der Angeklagte passe nicht in das klassische Bild von jemandem, der eine «Bedrohung von innen» darstelle. «Es fällt uns schwer, ihn zu verstehen», zitierte die Zeitung einen Insider.
Der zuständige Staatsanwalt im US-Justizministerium lehnte einen Kommentar zu dem Fall ab. Booz Allen erklärte, der Mitarbeiter sei nach seiner Festnahme sofort entlassen worden. Man habe dem FBI jede Form der Zusammenarbeit angeboten. Ein Anwalt des Mannes war zunächst nicht zu erreichen.
Zu Demaart
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