Die Hitzewelle 2003 forderte europaweit 10.000 Todesopfer. Bei den meisten Toten handelte es sich um ältere Menschen, die auf sich alleine angewiesen waren. Drei Jahre später führte Luxemburg einen nationalen Hitzewelle-Plan («Plan canicule») ein. Dr. Elisabeth Heisbourg, Direktorin von der Abteilung für Heilkunde der Direction de la Sante erklärt im Tageblatt.lu-Gespräch: «In den Notaufnahmen werden die Fälle registriert, die in direktem Zusammenhang mit den hohen Temperaturen stehen. Zahl und Alter der betroffenen Patienten werden an uns weitergeleitet.» Damit, so die Medizinerin, bekomme man ein weiteres Indiz, ob und wann der «Plan canicule» ausgerufen werden muss.
Bei den hitzebedingten Krankheiten unterscheiden die Ärzte zwischen vier Phasen:
Zuerst gibt es den Sonnenbrand. Die Symptome sind meistens leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Ausschlag und Rötungen der Haut. Dann kommen in einer zweiten Phase Krämpfe dazu. Der Patient kann in verschiedenen Fällen unter leichter Atemnot leiden. Danach fängt die betroffene Person an, stark zu schwitzen, fühlt sich schwach und leidet an einer Dehydratierung. Man wird blass. Der Puls verlangsamt sich. Man fängt an, sich zu übergeben. Die letzte Etappe ist der Hitzeschlag, mit hohem Fieber Kreislauf- und Atemproblemen. Die Haut des Patienten ist trocken und heiß. Spätestens dann heißt es: So schnell wie möglich ins Krankenhaus.
Um sich vor den Auswirkungen der großen Hitze zu schützen, wird, geraten, die leidende Person an einen kühlen, abgedunkelten und frischen Ort zu bringen. Man soll ihr genug Flüssigkeit zufügen und sie mit kaltem Wasser besprühen. Frisches Obst und Energiedrinks helfen die verlorenen Mineralien zu ersetzen. Um den Kreislauf zu unterstützen, soll man die Füße hochlegen. (Tageblatt.lu)
Drei Pflegedienste, Hëllef Doheem, Help und Camille, kümmern sich regelmäßig um pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen. Insbesondere im Sommer geben die Pflegedienste auf ihre Patienten noch mehr Acht. Der Grund: Hohe Temperaturen können für ältere und schwerkranke Menschen tödlich sein.
«Kurz vor der Hochsaison erstellen die Pflegedienste zusammen mit den Sozialbüros der Gemeinden ein Verzeichnis auf. Dieses enthält die Namen der Personen, die durch eine mögliche Hitzewelle gefährdet sein könnten. Nach dieser Vorauswahl wird die Liste an die «Helpline» des roten Kreuzes weitergeleitet. Letztere nimmt das Register unter die Lupe und erstellt dann eine neue, definitive Liste», erklärt Alain Koch von Hëllef Doheem gegenüber Tageblatt.lu.
350 Senioren sind gefährdet
«Für diesen Sommer zählen wir etwa 350 ältere Personen, meistens über 75, die im Falle einer Hitzewelle, unsere Hilfe benötigen. Tritt die große Hitze ein, schlägt das Gesundheitsministerium Alarm und verständigt die Pflegedienste. Zwei bis dreimal im Tag statten dann die Pfleger einen Besuch bei ihren Patienten ab. «Die Pfleger achten darauf, dass die Person ausreichend mit Wasser versorgt ist und die Zimmer gekühlt sind», sagt Alain Koch und betont: «Auch außerhalb einer Hitzewelle betreuen unsere Mitarbeiter Menschen, die bei sommerlichen Temperaturen auf Hilfe angewiesen sind.»
Diejenigen, die sich noch nicht bei einem der drei Pflegedienste gemeldet haben, um Hilfe zu erhalten, können sich unter der Nummer 26.99.26.99 oder beim Notruf 112 erkundigen.
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