Anlässlich des Internationalen Tages gegen die Armut veröffentlicht der Statec jedes Jahr eine Studie „Arbeit und sozialer Zusammenhalt“. Darin heißt es unter anderem, dass seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 die Arbeitsplatzschaffung sich verlangsamt habe. Zwischen 2009 und 2013 seien trotzdem noch jedes Jahr im Durchschnitt 2 Prozent mehr Arbeitsstellen geschaffen worden als deren verschwanden. In der EU betrug die Netto-Arbeitsplatzschaffung lediglich 0,7 Prozent.
Vor der Krise sei die Erhöhung der Beschäftigtenzahl vor allem durch die Pendler erreicht worden, so der Statec. Seit 2008 habe sich der Anteil der Grenzgänger jedoch bei 42 Prozent der in Luxemburg angestellten Personen eingependelt. Die Arbeitsrate der Wohnbevölkerung hat sich von 69,8 Prozent im Jahr 2011 auf 71,4 Prozent im letzten Jahr erhöht. Grund hierfür sei vor allem die Erhöhung der Beschäftigungsrate bei der Frauen, heißt es.
Viele Jugendliche ohne Job
Sorgen bereitet dem statistischen Amt aber die parallele Erhöhung der Arbeitslosigkeit. Wenn man die BIT (Internationales Arbeitsbüro) –Normen nimmt, hat sich die Arbeitslosenrate bei der aktiven Bevölkerung von 4,4 Prozent im Jahr 2010 auf 5,1 Prozent im Jahr 2012 gesteigert. Trotz dieser Erhöhung habe Luxemburg, nach Österreich, aber noch die niedrigste Arbeitslosenrate der EU, betont der Statec.
Probleme bereitet noch immer die Jugendarbeitslosigkeit. Bei den jungen Leuten im Alter zwischen 15 und 24 Jahren liegt die Arbeitslosenrate in Luxemburg bei 18,8 Prozent. In der EU beträgt sie 23 Prozent.
Weniger Geld in der Tasche
In der Studie wird auch der Lebensstandard unter die Lupe genommen. Die Kaufkraft hat sich seit 2009 um 5 Prozent verschlechtert. Das sogenannte Medianeinkommen hat sich in den letzten Jahren verbessert, aber nicht ausreichend, um den Kaufkraftverlust zu kompensieren, erklärt der Statec. Das mittlere Einkommen oder Medianeinkommen bezeichnet die Einkommenshöhe, welche die Bevölkerung in zwei gleich große Hälften teilt: Die mit einem höheren und die mit einem niedrigeren Einkommen.
Immer mehr Haushalte seien von Armut bedroht sind, so das Statec. Waren 2011 noch 13,6 Prozent gefährdet, so waren es im letzten Jahr 15,1 Prozent. Die soziale Ungerechtigkeit steigt, betont der Statec. Die Reichen werden reicher, die Armen immer ärmer. Die Kapitaleinnahmen steigen seit 2011 erheblich (+26 Prozent). Auf der anderen Seite würden die anderen Einkommenskategorien, allen voran der Lohn, jedoch stabil bleiben oder sich sogar verschlechtern. Es gebe aber nur wenige Menschen, die wirklich arm sind: Nur 1,3 Prozent der Bevölkerung fehlt es am Notwendigsten.
Was schließlich die Wahrnehmung der finanziellen Lage betrifft, so gibt es Hoffnung. Waren im 2011 24,2 Prozent der Haushalte der Meinung, sie hätten Schwierigkeiten „beide Enden zusammenzubringen“, so sank diese Zahl im letzten Jahr auf 22,9 Prozent.
Zu Demaart
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