Belgische Anti-Terror-Fahnder haben bei Razzien im Großraum Brüssel zehn Verdächtige festgenommen. Grundlage des Polizeieinsatzes am Dienstagmorgen seien Ermittlungen zu einem Netzwerk gewesen, das möglicherweise Mitglieder für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wirbt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Verbindungen zu den Terroranschlägen von Paris gebe es in diesem Fall bislang nicht.
Bei den Razzien wurden den Angaben zufolge insgesamt neun Wohnungen in mehreren Stadtbezirken durchsucht. Auch die als Islamistenhochburg bekannte Brüsseler Gemeinde Molenbeek war betroffen. Die Fahnder beschlagnahmten bei den Durchsuchungen Mobiltelefone und Computer-Hardware.
Videos und Fotos
In Deutschland wurden jetzt mehrere mutmaßliche Dschihadisten vom Geheimdienst identifiziert. Laut einem Bericht von «Spiegel Online» reisten mit den Pariser Selbstmordattentätern zwei weitere Männer nach Europa ein. Sie gaben sich als syrische Flüchtlinge aus. In Wirklichkeit gehörten sie zur Terrrorzelle in Paris.
Anhand von Videos und Fotos wurden die Männer enttarnt. Sie wurden am 10. Dezember in Salzburg (Link) festgenommen. Sie sollen zugegeben haben, dem Pariser Dschihadisten-Kommando angehört zu haben, schreibt «Spiegel Online»
Ermittlungen gegen Heimkehrer
Unterdessen hat die Bundesanwaltschaft in Deutschland drei Syrien-Rückkehrer vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf angeklagt. Den Männern wird Mitgliedschaft in ausländischen Terrorvereinigungen und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat in Syrien zur Last gelegt, wie die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte.
Sie sollen sich in dem Bürgerkriegsland der islamistischen Gruppierung Junud al-Sham angeschlossen haben, einer der Beschuldigten zudem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Bei den Angeklagten handelt es sich um einen 25-Jährigen mit deutscher, polnischer und libanesischer Staatsangehörigkeit, einen 24-jährigen Deutsch-Marokkaner und einen 25-jährigen Deutsch-Afghanen.
Sie sollen im Sommer und Herbst 2013 nach Syrien gereist sein und dort eine Kampfausbildung erhalten haben. Zumindest zwei der drei Angeschuldigten sollen aber nicht an Kampfhandlungen teilgenommen haben. Der dritte zog sich laut Bundesanwaltschaft «bei einer Übung oder im Kampf» Verletzungen an der Hand zu. Die Ende 2013 beziehungsweise Anfang 2014 nach Deutschland zurückgekehrten Männer wurden im vergangenen Oktober festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft.
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