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Wege aus der Flüchtlingskrise

Wege aus der Flüchtlingskrise
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Die EU-Staats- und Regierungschefs sind am Mittwoch in Brüssel zusammengekommen, um ihren schweren Streit in der Flüchtlingskrise zu überwinden.

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben ihre Beratungen über die Bewältigung der Flüchtlingskrise begonnen. Die Vertreter der 28 EU-Länder kamen am Abend in Brüssel zu einem Sondergipfel zusammen. Bei einem Abendessen geht es vor allem um die Bekämpfung von Fluchtursachen und eine bessere Sicherung der EU-Außengrenzen.

Überschattet wurde das Treffen durch die Entscheidung der EU-Innenminister vom Dienstag, gegen den Widerstand von vier osteuropäischen Staaten die Umverteilung von 120.000 Flüchtlingen in Europa zu beschließen.

«Millionen, nicht Tausende»

EU-Ratspräsident Donald Tusk, der den Gipfel organisiert, forderte vor Beginn, «den Kreislauf aus gegenseitigen Anschuldigungen und Missverständnissen» zu beenden. Denn die EU müsse damit rechnen, dass sich «Millionen und nicht Tausende» nach Europa auf den Weg machten.

An dem Treffen nahm neben dem Luxemburger Premier Xavier Bettel auch der am Sonntag wiedergewählte griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras teil, dessen Land als Hauptankunftsland in der EU im Fokus steht. Er forderte die EU-Partner auf, «Verantwortung und Lasten zu teilen».

Harter Kurs

Frankreich und Belgien haben beim EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise einen harten Kurs gegen Mitgliedstaaten gefordert, die den europäischen Kompromiss zur Verteilung von Migranten weiter ablehnen. Wer europäische Werte nicht teile, solle sich fragen, ob er noch in der EU bleiben wolle, sagte der französische Staatspräsident François Hollande am Mittwoch in Brüssel. Namen von Staaten nannte er dabei nicht.

Der liberale belgische Premier Charles Michel sprach sich für Sanktionen aus, falls der Beschluss der EU-Innenminister nicht in die Tat umgesetzt werde. Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien hatten bei am Dienstag gegen den Kompromiss gestimmt, der eine Verteilung von 120.000 Flüchtlingen in Europa vorsieht.

Im Europaparlament sprechen sich die Liberalen dafür aus, gegen Ungarn den Artikel sieben des EU-Vertrags anzuwenden. Diese «Atombombe» im EU-Recht kann zum Einsatz kommen, falls ein Mitgliedstaat gegen die Werte der EU verstößt – die Folge ist ein Entzug des Stimmrechts in den EU-Institutionen.

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