Spiegel Online bemruft sich bei deiser Darstellung auf interne Dokumente. Demnach sei bereits Mitte der 2000er Experten der EU-Kommission aufgefallen, strengere Abgaswerte für Fahrzeuge nicht den erwarteten Effekt auf die Luftqualität in den Städten hatten. Die Gemeinsame Forschungsstelle der Kommission JRC (Joint Research Centre) sei beauftragt worden den Abgasausstoss im realen Fahrbetrieb zu ermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass der Stickoxid-Ausstoß viel höher liege als im Labortest und bei der Zulassung. Offenbar sei der EU-Kommission nicht nur das sondern auch der Umstand bekannt gewesen, dass es zu einem «verbreiteten Einsatz gewisser Minderungstechnologien in Dieselfahrzeugen» gekommen sei.
SPON: EU-Kommissar hatte Kenntnis von Manipulationen
SPON geht davon aus, das diese Technologien von Volkswagen dazu eingesetzt worden seien, «um in Labortests niedrigere Schadstoffwerte vorzugaukeln». Das Thema sei zwischen der EU-Kommission und mehereren EU-Staaten diskutiert worden. 2012 habe auch der damalige Industriekommissar Antonio Tajani von den Einzelheiten gewußt, so SPON. Offenbar habe der erkannte Regelverstoß auch zwischen verschiedenen Dienststellen – der Generaldirektion Unternehmen und Industrie sowie dem Umweltressort – zu heftigem Streit geführt.
Dennoch würde die EU-Kommission bis heute behaupten, nichts von den Abgasmanipulationen bei VW gewußt zu haben.
Mittlerweile beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss im Europäischen Parlament mit dem Abgasskandal. Und die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, nach dem Abgaswerte von Fahrzeugen vor der Typenzulassung auch um realen Fahrbetrieb gemessen werden müssen. Allerdings wird den Autoherstellern dabei eingeräumt, die Mindestwerte großzügig überschreiten zu dürfen.
Zu Demaart
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