Das gefährliche Zika-Virus verbreitet sich in Brasilien immer weiter. Für Schwangere ist es besonders gefährlich, da ihre Babys bei einer Ansteckung mit einem viel zu kleinen Hirn auf die Welt kommen können und deshalb geistig behindert sind.
Aus Angst vor Fehlbildungen entscheiden sich immer mehr Frauen für eine Abtreibung, wie aus einem Bericht hervorgeht. Die Zeitung «Folha de São Paulo» zitiert mehrere Ärzte, die von infizierten Frauen um eine anonyme Abtreibung gebeten wurden. Sie seien in der Regel verheiratet, hätten ein hohes Bildungsniveau, gute finanzielle Mittel und wollten ein Kind.
Kein Impfstoff
Eine private Abtreibung kostet bis zu 15.000 Real (3800 Euro). Einige Frauen würden erst gar nicht die Prognose abwarten, ob das Baby wirklich mit einer Fehlbildung geboren würde, heißt es in dem Bericht.
Im größten Land Lateinamerikas gibt es nach offiziellen Angaben 3448 Mikrozephalie-Verdachtsfälle, von denen 270 bestätigt worden seien und in sechs Fällen eine Beziehung zum Zika-Virus bestehe. In Brasilien sind schätzungsweise bis zu 1,5 Millionen Menschen durch Mückenstiche angesteckt worden. Einen Impfstoff gegen das Zika-Virus gibt es nicht.
Globaler Gesundheitsnotstand
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus und dessen möglicher Verbindung mit Schädelfehlbildungen den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Brasilien, das am stärksten von der Infektion betroffene Land, begrüßte am Montagabend (Ortszeit) den Beschluss, kurz nachdem er von der WHO in Genf aufgrund des Rates einer 18-köpfigen Expertenrunde gefasst worden war.
Das Ausrufen des Gesundheitsnotstands ermögliche die notwendige internationale Zusammenarbeit, um dem Ausbruch der Krankheit entgegenzuwirken, hieß es in einer Erklärung des brasilianischen Gesundheitsministeriums.
Aedes Aegypti
Das Virus tritt nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) inzwischen in fast allen Ländern Lateinamerikas auf. Ausgenommen sind Chile, Peru, Argentinien, Uruguay und Kuba. Die Erkrankung verläuft allgemein harmlos. Leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Hautrötungen sind die häufigsten Symptome. Die Ansteckung erfolgt nach Angaben der Experten nur über Stiche der Mückenart Aedes aegypti.
Die WHO betonte, dass es im Moment keinen Grund für allgemeine Reisewarnungen gebe. Allerdings sollten Schwangere betroffene Länder meiden. Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt. Davor hatte die WHO Kinderlähmung/Polio im selben Jahr als globalen Gesundheitsnotstand bezeichnet und 2009 die Verbreitung der Schweinegrippe.
Zu Demaart







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