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Vermögen ist ungleich verteilt

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In Luxemburg gibt es erhebliche Unterschiede beim Einkommen. Ausgeglichener sieht es laut einer OECD-Studie dagegen in den skandinavischen Ländern aus.

Die Einkommensunterschiede in Luxemburg sind nach OECD-Angaben immer noch groß. Dies geht aus dem neuen Sozialbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der die Entwicklung in 34 Industrienationen untersucht.

Für Berechnungen aus den Jahren 2012 und 2013 liegt Luxemburg unter den OECD-Ländern im Mittelfeld. Als Indikator wird unter anderem der Gini-Koeffizient genommen. Dieses statistische Maß soll die Ungleichverteilung darstellen. Die Werte liegen zwischen 0 (bei einer gleichmäßigen Verteilung) und 1 (wenn nur eine Person das komplette Einkommen erhält). Luxemburg erhält hier einen Wert von 0,30 und liegt damit nur leicht unter dem OECD-Durchschnitt von 0,32.

Dann wird auch noch die sogenannte «relative Einkommensarmut» unter die Lupe genommen. Sie sagt über den tatsächlichen materiellen Lebensstandard der Menschen nichts aus, sondern misst lediglich den Abstand der Ausstattung der Haushalte mit ihrem Einkommen zum gesellschaftlichen Durchschnitt. In Luxemburg leben 8,4 Prozent in «relativer Einkommensarmut», der OECD-Durchschnitt liegt bei 11,2 Prozent.

Skandinawische Länder als Musterschüler

Besonders ausgeglichen sind die Einkommen in den nordischen und einigen osteuropäischen Ländern, wie Dänemark, Slowenien, der Slowakei und Norwegen. Eine große Einkommenslücke klafft hingegen in Staaten wie Chile, der Türkei, Mexiko, Israel, den USA oder auch Großbritannien.

Während der Finanzkrise, zwischen 2008 bis 2011, seien die realen Einkommen bei den oberen zehn Prozent leicht angestiegen, im unteren Bereich blieben sie gleich. Seit mehreren Jahren steigt die Ungleichheit jedoch auch in Luxemburg. Im Großherzogtum verdienen demnach die obersten zehn Prozent der Erwerbstätigen 7,1-mal so viel wie die untersten 10 Prozent, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Analyse. Hier beträgt der OECD-Durchschnitt 9,6 Prozent.

Viele arme Kinder

In der Studie wird dann auch die Armut nach Alterskategorien analysiert. Bei den 0 bis 17-Jährigen beträgt die Armut in Luxemburg 12,5 Prozent (OECD-Durchschnitt: 13,3 Prozent). Bei den 18 bis 25-Jährigen sind es 8,2 Prozent (OECD: 13,8 Prozent). 8 Prozent der 26 bis 65-Jährigen sind arm oder von Armut bedroht (OECD: 9,9 Prozent). Bei den über 65-Jährigen sinkt die Armutsrate auf 3 Prozent, gegenüber 12,6 Prozent im OECD-Durchschnitt.

In Luxemburg wird, wie in vielen anderen europäischen Ländern, ein Großteil der Ungleichheit in Löhnen und Einkommen durch Steuer- und Sozialsysteme ausgeglichen, erklärte eine OECD-Sprecherin. Allerdings fordern die Experten weitere Anstrengungen, was unter anderem die Bildung und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit betrifft.

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