Freitag23. Januar 2026

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US-Polizisten offenbar in Hinterhalt gelockt

US-Polizisten offenbar in Hinterhalt gelockt
(Reuters/joe Penney)

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Wieder sind in den USA Polizisten offenbar gezielt erschossen worden - diesmal in Louisiana. Vermutlich wurden sie in einen Hinterhalt gelockt. Die Polizei sucht noch nach möglichen Komplizen.

Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind in der US-Stadt Baton Rouge (Bundesstaat Louisiana) drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden, einer davon schwebte in Lebensgefahr. Ein direkter Zusammenhang mit andauernden Protesten gegen Polizeigewalt in den USA wurde zwar zunächst nicht offiziell bestätigt. Es gab jedoch mehrere Hinweise darauf, dass es sich wahrscheinlich um eine geplante Attacke gegen Polizisten gehandelt hat. Demnach wurden die Polizisten vermutlich in einen Hinterhalt gelockt.

Nach Angaben des Weißen Hauses hielt sich US-Präsident Barack Obama über die Ereignisse auf dem Laufenden. Erst in der vergangenen Woche hatte er in Dallas eine Trauerrede für die dort getöteten Polizisten gehalten. Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in Baton Rouge «Law and Order» (Gesetz und Ordnung) gefordert. US-Präsident Barack Obama indes hat die Schüsse auf Polizisten in der Stadt Baton Rouge als «feigen» Anschlag verurteilt. Zum zweiten Mal in nur zwei Wochen seien Polizeibeamte getötet worden, während sie ihrer Arbeit nachgegangen seien. «Dies sind Attacken gegen öffentliche Bedienstete, gegen die Rechtsstaatlichkeit und gegen die zivilisierte Gesellschaft, und sie müssen aufhören», sagte Obama.

Parteitag der Republikaner in Cleveland

Der Vorfall löste auch deshalb besondere Besorgnis aus, weil am Montag in Cleveland (Bundesstaat Ohio) der Parteitag der Republikaner beginnt. Dazu werden über 50.000 Menschen erwartet. Am Rande des Parteitages wird es zahlreiche Demonstrationen geben, das hat bereits Befürchtungen ausgelöst, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte. Daher findet die «Convention» bereits unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die Polizei in Baton Rouge nahm zunächst an, dass vermutlich mehrere Schützen an der Tat beteiligt waren. Einer sei erschossen worden. Nach möglichen zwei Komplizen werde gesucht. Nach Angaben eines Polizeivertreters sollte ein Roboter zu der Leiche des getöteten mutmaßlichen Schützen geschickt werden, um nach etwaigen Sprengsätzen zu suchen. Wie es weiter hieß, sollen die Täter schwarz gekleidet und mit Sturmgewehren bewaffnet gewesen sein. Später am Abend dann sagten die Behörden in Baton Rouge, nur ein Täter hätte die tödlichen Schüsse auf Polizisten (US-Staat Louisiana) abgegeben.

«Attacke gegen uns alle»

Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, sprach auf Twitter von einer «verabscheuungswürdigen Attacke gegen uns alle». US-Medien bewerteten auch das als Hinweis, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte.

Über den genauen Ablauf gab es zunächst nur wenige Angaben. Nach Medienberichten war bei der Polizei etwa um 8.30 Uhr morgens Ortszeit (15.30 Uhr MESZ) ein Anruf eingegangen, dem zufolge ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann eine Straße entlanggehe. Als Streifenbeamte eintrafen, seien sie unter Feuer genommen worden.

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort war am 5. Juli der Schwarze Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen zweiten Schwarzen in Minnesota hatte in den USA eine Welle des Protestes gegen Polizeigewalt ausgelöst. In der Nacht zum 8. Juli war es dann zur Eskalation gekommen. Am Rande einer Demonstration erschoss ein einzelner Heckenschütze gezielt fünf Polizisten. Das hat Befürchtungen ausgelöst, dass es zu weiterer Gewalt kommen könnte.