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Und weg ist das böse CO2

Und weg ist das böse CO<sub>2</sub>

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Die Norwerger lassen das klimaschädigende CO2 nicht in die Atmosphäre. Sie bunkern es in der Erde. Wie sie das tun, zeigten sie am Mittwoch der Luxemburger Delegation auf Staatsvisite.

Zusammen mit dem norwegischen Königspaar, Außenminister Jean Asselborn und Wirtschaftsminister Jeannot Krecké besuchte der Großherzog am Mittwochmorgen das Forschungszentrum der norwegischen Ölgesellschaft StatOil. Die Wissenschaftler des Institutes demonstrierten den Gästen, wie sie das Treibhausgas CO2 in der Erde lagern.

Als der Konvoi des norwegischen Königspaares und Großherzog Henri vor dem eleganten Gebäude vorfährt, lacht die Sonne. Der transparente Bau ist eingebettet in eine idyllische Landschaft. Vor dem Gebäude satte grüne Wiesen, dahinter das strahlend blaue Meer. Man würde kaum vermuten, dass ausgerechnet ein Ölkonzern inmitten der unberührten Natur nahe dem norwegischen Trondheim eine Forschungseinrichtung betreibt.

Eine Delegation von Kindern erwartet den hohen Besuch. Ausgestattet mit Fähnchen und Krönchen begrüßen sie ihren König, die Königin und die Gäste aus Luxemburg. Durch den Sicherheitsbereich werden die Besucher vorbei an der Kantine – die Mitarbeiter unterbrechen ihre Mahlzeit und erheben sich – in einen Saal geführt, in dem sie einen kleinen Einblick in die Arbeit des Hauses erhalten.

Problem CO2

Je mehr die Industrialisierung in den Entwicklungsländern fortschreitet, umso mehr wird CO2 zu einem Problem, erklärt der Leiter der Forschungsabteilung des halb-staatlichen Ölkonzerns StatOil. Der höhere Energiebedarf führt zu einem höheren Ausstoß.

Drei Lösungen gibt es für das Problem, so der Wissenschaftler. Erneuerbare Energien, Atomkraft und das Lagern von CO2. Die Forscher von StatOil arbeiten an der dritten Lösung. Das Gas, das zum Klimawandel beiträgt, wird unter die Erde gepumpt und dort gelagert, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt. CCS – Carbon Capture and Storage – lautet der Fachbegriff.

Auf dem Meeresgrund und an Land

Diese Technik, so der Wissenschaftler, kann sowohl auf dem Meeresgrund wie auch an Land verwendet werden. Seit einigen Jahren schon rüstet StatOil einige seiner Anlagen weltweit mit dem Verfahren aus. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge Spitzenreiter in der Erforschung und der Anwendung von CCS.

So entzieht StatOil auf dem Gasfeld Sleipner dem geförderten Erdgas das CO2 und pumpt es wieder unter die Erde. In Melkøia an der Barentssee wird bei der Verflüssigung des Gases das CO2 herausgefiltert und anschließend unter der Erde gespeichert.

Das Prinzip CCS

Dieses frische Wissen im Hinterkopf, werden die Gäste in einen Maschinenraum geführt. Wieder geht es vorbei an der Kantine – die Mitarbeiter unterbrechen ihre Mahlzeit und erheben sich – und in das Untergeschoss des Gebäudes. Hier erklärt eine Wissenschaftlerin den Gästen das Prinzip von CCS anhand eines anschaulichen Beispiels. Mithilfe eines Aquariums, einer Luftpumpe und eines Küchensiebes zeigt sie dem Königspaar und seinen Gästen vereinfacht, wie das CO2 dauerhaft in der Erde verschwindet.

Danach bricht der Konvoi auf nach Trondheim. Nächster Programmpunkt: Ein Treffen mit dem Bischof und die Besichtigung seiner Kathedrale Nidaros, der einzigen Norwegens und damit Krönungsort der norwegischen Könige.