Alarmglocken schrillten am Mittwochabend im Kontrollraum des belgischen Kerkraftwerks Doel. Im Reaktor 1 ereignete sich eine technische Panne, teilte der Energiekonzern Engie mit. Die Ursache der Panne sind noch völlig unklar, heißt es.
In belgischen Atomanlagen war es in den vergangenen Monat immer wieder zu Pannen gekommen. Protest kommt deswegen auch aus Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden. Sie fordern unter anderem die endgültige Stilllegung der Atomkraftwerke Doel 3 bei Antwerpen und Tihange 2 bei Lüttich.
Standort Doel
Der bei Antwerpen gelegenen Standort Doel besteht aus vier Druckwasserreaktoren. Die baugleichen Anlagen Doel 1 und Doel 2 leisten 433 Megawatt und gingen 1975 ans Netz. Es folgten 1982 der Reaktor Doel 3 mit 1006 Megawatt und 1985 der Reaktor Doel 4 mit 1039 Megawatt Leistung.
Zusammen können die Kraftwerke jährlich 23 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Dies entspricht nach Angaben des Betreibers Electrabel knapp 30 Prozent der gesamten belgischen Stromerzeugung. Der Standort Doel ist rund 240 Kilometer von der belgisch-luxemburgischen Grenze entfernt und beschäftigte zuletzt rund 880 Mitarbeiter.
Standort Tihange
Der bei Lüttich gelegenen Standort Tihange besteht aus drei Druckwasserreaktoren. Die Anlage Tihange 1 leistet 962 Megawatt und ging als erste 1975 ans Netz. Es folgten 1983 der Reaktor Tihange 2 mit 1008 Megawatt und 1985 der Reaktor Tihange 3 mit 1046 Megawatt Leistung.
Zusammen können die Kraftwerke jährlich etwa ebenso so viel Strom produzieren wie die in Doel. Der Standort Tihange liegt rund 90 Kilometer von Luxemburg entfernt und beschäftigte zuletzt rund 940 Mitarbeiter.
Zu Demaart
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