Schon 2011 sei eine Steigerung der Reisen festgestellt worden, so der Statec in einer am Montag veröffentlichten Studie. Im letzten Jahr habe sich die Reisebeteiligung der Bevölkerung weiter stabilisiert. 81 Prozent hätten 2012 mindestens eine Auslandsreise unternommen, so das statistische Amt. Es seien vor allem junge Leute, die verreisen, erklärt der Statec. In der Altersgruppe 25 bis 44 Jahre würden 90 Prozent mindestens einmal pro Jahr einen Auslandsaufenthalt machen. Nur etwa 60 Prozent der über 65-Jährigen verreisen hingegen.
Reisen bildet, heißt es. Und wirklich, laut Statec hängt das Reiseverhalten vom Bildungsstand ab. 91 Prozent der Personen mit hohem Bildungsniveau verreisen, jedoch nur 70 Prozent der Personen, welche die Schule eher verlassen haben.
Geld spielt auch eine große Rolle: Menschen mit einem Einkommen unter 2.500 Euro monatlich verreisen weniger (nur 66 Prozent). Bei Arbeitnehmern mit einem Einkommen von 5.000 Euro und mehr steigt die Reiselust auf 93 Prozent.
Ferien auf «Balkonien»
Leute, die im letzten Jahr nicht verreisten, gaben unter anderem gesundheitliche Gründe dafür an. Aber auch familiäre und finanzielle Gründe spielen hier eine wichtige Rolle, betont der Statec. Ein Viertel der Reise-Muffel gab des Weiteren an, prinzipiell nicht gerne verreisen zu wollen. Aus der Studie geht auch hervor, dass die Leute im Zentrum und im Süden des Landes lieber verreisen (zwischen 86 und 88 Prozent), als die Einwohner im Norden (weniger als 72 Prozent). 2012 wurden etwa 1,4 Millionen Reisen mit 9,9 Millionen Übernachtungen gezählt.
Bei den Reisezielen bleibt wie schon in den Jahren zuvor Frankreich (25 Prozent der Reisenden fahren dahin) die Nummer eins, vor Deutschland (15 Prozent) und Belgien.
Bei längeren Auslandsaufenthalten, ab vier Nächten, sind Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und Portugal die beliebtesten Ziele. Sieben Prozente der Reisen führen in Nicht-EU-Länder.
Auch wenn das Reisen bei der Luxemburger Bevölkerung noch immer hoch im Kurs steht, so geht die Reisedauer aber zurück. Während im Jahr 2002 im Schnitt eine Reise 8,8 Nächte dauerte, so ist die Dauer 2012 auf 7,3 Nächte gefallen. Etwa ein Drittel aller Reisen sind inzwischen Kurzreisen (weniger als drei Nächte).
Lieber mit dem Auto
Bei den Verkehrsmitteln bleibt das Auto mit 51 Prozent in Führung, vor dem Flugzeug (34 Prozent). Neun Prozent der Reisenden nehmen den Zug. Bei den Flugreisen nehmen 58 Prozent der Urlauber den Flieger in Luxemburg, 15 Prozent starten und landen in Frankfurt-Hahn (D) und 9 Prozent in Charleroi (B). 38 Prozent der Reisenden wählen Luxair für ihre Flugreise, 24 Prozent steigen in ein Flugzeug von Ryanair.
Die meisten Luxemburger Touristen übernachten im Hotel (48 Prozent). 34 Prozent der Reisenden übernachten bei Freunden oder Verwandten. Sechs Prozent nutzen eine Zweit- oder Ferienwohnung für ihren Auslandsaufenthalt. Camping-Reisen machen nur zwei Prozent der Bevölkerung.
14 Prozent aller Reisen sind von Veranstaltern oder Reisebüros organisierte Pauschalreisen. Bei Fernreisen steigt dieser Anteil sogar bis auf 40 Prozent. 64 Prozent der Befragten gaben an, zur Erholung zu verreisen. 33 Prozent wollen Freunde oder die Familie besuchen. Die meisten Reisen werden während der Schulferien im August (41 Prozent) und im Dezember (31 Prozent) durchgeführt. Im Durchschnitt nehmen 3,1 Personen an einer Reise teil.
Eine Frage des Budgets
Wie viel Geld wird für eine Reise vorgesehen? Im Durchschnitt werden jährlich 735 Euro pro Person für Reisen ausgegeben. Für Reisen im Benelux-Raum werden 275 Euro auf den Tisch geblättert. Reisen nach Frankreich oder nach Deutschland kosten zwischen 473 und 509 Euro pro Person. Andere Europa-Reisen werden mit 873 Euro veranschlagt. Für Fernreisen muss man mit durchschnittlich 2.140 Euro schon tiefer in die Tasche greifen.
Die Transportkosten belaufen sich in diesem Zusammenhang auf 22 Prozent bei Benelux-Reisen. Sie steigen aber auf 31 Prozent für Reisen innerhalb Europas (mit Ausnahme der Benelux-Länder, Frankreich und Deutschland). Für Fernreisen wird 1.044 Euro (49 Prozentdes Gesamtpreises) für den Transport gezahlt. Auf der anderen Seite sinken jedoch die Reiseausgaben (Unterkunft und Verpflegung) mit zunehmender Reiseentfernung.
Insgesamt wurden im letzten Jahr 2,4 Milliarden Euro für Reisen ausgegeben. Das meiste Geld blieb in diesem Zusammenhang in Frankreich mit 376 Millionen Euro, vor Spanien (254 Millionen Euro) und Deutschland (229 Millionen Euro). Es wurden nur 73 Millionen für Belgien-Reisen ausgegeben.
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