Nach monatelangem Drängen der USA engagiert sich die Türkei stärker im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) im benachbarten Syrien. Türkische Kampfflugzeuge beteiligten sich am Wochenende erstmals an den von US-Streitkräften geführten Bombardements.
Das Verteidigungsministerium in Ankara erklärte zur Begründung, der IS stelle auch eine Bedrohung der Türkei dar. Die USA begrüßten die Entscheidung. Die Türkei hatte sich lange geweigert, eine zentrale Rolle im Kampf gegen den IS zu übernehmen. Präsident Tayyip Recep Erdogan war sogar vorgeworfen worden, den Islamisten in der Türkei einen Rückzugsraum zu gewähren.
Ziele in Syrien
Im Juli stellte die Türkei der US-Allianz dann bereits Luftwaffenbasen zur Verfügung, die zunächst für unbemannte Drohnen genutzt wurden. Seit Mitte August lässt die US-Koalition vom Stützpunkt Incirlik auch Kampfflugzeuge starten.
Das türkische Verteidigungsministerium erklärte am Samstag, die ersten Luftangriffe als Teil einer Operation der Anti-IS-Koalition seien am Freitagabend geflogen worden. Zwar hatte die türkische Luftwaffe bereits Ende Juli Ziele des IS in Syrien angegriffen, jedoch nicht als Teil der US-geführten Allianz.
Das US-Verteidigungsministerium zeigte sich zufrieden mit dem verstärkten Engagement der Türkei: Die Beteiligung werde dazu beitragen, den IS zu schwächen und schließlich zu besiegen.
Die von den USA angeführte Allianz fliegt seit Monaten Angriffe gegen IS-Ziele in Syrien und im Irak. Die sunnitischen Extremisten des IS kontrollieren dort große Gebiete. Beide Länder grenzen an die Türkei. Die konservative Regierung des Nato-Landes will zudem an seiner Südostgrenze den Einfluss der Kurden begrenzen. Diese sind ein Stützpfeiler im Kampf gegen den IS.
Lesen Sie auch:
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können