An vielen Orten versammelten sich am Samstag zum nationalen Tag der Trauer Menschen auf den Straßen. Aufgebrachte Demonstranten zündeten Reifen an. Anlässlich des Trauertags blieben Geschäfte und Schulen geschlossen, an allen Regierungsgebäuden wehten die Fahnen auf halbmast.
Bei der Explosion einer Autobombe im christlichen Viertel Aschrafijeh waren am Vortag acht Menschen getotet und mehr als 80 verletzt worden. Unter den Toten ist auch General Wissam al-Hassan, ein hochrangiger Funktionär des libanesischen Geheimdienstes, dem dieser Anschlag nach Ansicht von Beobachtern galt. Anti-Syrische Gruppen im Libanon sehen die Verantwortlichen in Damaskus. Das syrische Regime wies alle Vorwürfe von sich.
UN und USA verurteilen Attentat
Der Weltsicherheitsrat verurteilte indes den Versuch, den Libanon «mit politischen Hinrichtungen zu destabilisieren» und forderte ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Politiker. Das höchste UN-Gremium forderte die Libanesen auf, an der nationalen Einheit festzuhalten und den nationalen Dialog fortzusetzen.
«Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einen Mordanschlag als politisches Werkzeug zu nutzen», sagte Tommy Vietor, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Washington. Die USA würde der libanesischen Regierung zur Seite stehen, während sie die Verantwortlichen für die «barbarische» Tat mit acht Toten zu Verantwortung zöge. Vietor betonte, dass die Sicherheit des Landes sehr bedeutend für die Stabilität in der Region sei.
Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag. Das Attentat müsste gründlich aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban am Freitag in New York in einer Mitteilung. Er rief alle Beteiligten im Libanon auf, sich von dem «abscheulichen Terrorakt» nicht provozieren zu lassen.
Zu Demaart
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