Forscher haben 420 Kameras im Dschungel rund um die Welt installiert, um Säugetiere aufzuspüren. Nebst Daten für ihre Studie erhalten sie so auch schöne Porträts und Familienfotos wilder Waldbewohner.
Ein Ozelot tappt in der Nacht in Costa Rica in eine Fotofalle. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Berggorillas im Bwindi Impenetrable Nationalpark in Uganda. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Die Fotofalle erwischte auch einen Wilderer in Nam Kading, Laos. Von allen untersuchten Gebieten fanden die Forscher hier am wenigsten Säugetierarten. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Weissrüssel-Nasenbären strecken in Volcan Barva, Costa Rica, ihre Schwänzchen in die Höhe. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Der grosse Ameisenbär wurde in Manaus, Brasilien, fotografiert. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Der Malaienbär, der hier in Bukit Barisan Selatan, Indonesien, vor der Linse der Fotofalle durchläuft, wird auch als Sonnenbär bezeichnet. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Der Jaguar ist die grösste Katze des amerikanischen Doppelkontinents. Dieses Exemplar wurde von der Kamerafalle in Costa Rica dokumentiert. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Ein kleines afrikanisches Raubtier: Die Serval-Ginsterkatze im Udzungwa Mountains Nationalpark, Tansania. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Ein Muntjak in Nam Kading, Laos. Dabei handelt es sich um eine in Asien lebende Gattung von Hirschen. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Das ist ein Paka, ein Nagetier. Es lebt in Brasilien. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Familienporträt: Vier (oder fünf?) Weissbartpekaris stellen sich in Suriname vor die Linse. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Ein Tapir streift durch das Naturreservat in Surinam. Ob er wohl das Knipsen der Kamera gehört hat? (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Die Studie untersuchte globale und regionale Gefahren für die Waldsäugetiere, die zum Teil stark gefährdet sind. Auch die Südlichen Schweinsaffen stehen auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Dieser Affe lebt in Bukit Barisan Selatan, Indonesien. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Afrikanischer Elefant im Udzungwa Mountains Nationalpark in Tansania. Der Dickhäuter ist das grösste Tier der Fotofallen-Studie. Er wiegt 3940 Kilogramm. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Und hier das kleinste Tier der Säugetierstudie: Eine Mauszwergbeutelratte in Surinam. Das 10 bis 13 Zentimeter grosse Tierchen hat einen 12 bis 20 Zentimeter langen Schwanz und wiegt etwa 26 Gramm. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Bei dieser Aufnahme eines Pumas in Costa Rica sieht man am Baum hinter dem Tier eine der montierten Kameras. Insgesamt wurden 420 Kameras für die Studie verwendet. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Techniker installieren eine Fotofalle für die Säugetierstudie. Pro Standort wurden 60 Kameras angebracht. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Afrikanischer Büffel im Udzungwa Mountains Nationalpark in Tansania. (TEAM, Organization for Tropical Studies)
Tief in den Wäldern von Afrika, Asien und Amerika lauern die Fallen. Doch die Elefanten, Lepoarden, Affen und Ameisenbären, die hineingeraten, kommen unversehrt davon. Alles, was die Forscher vom Tropical Ecology Assessment and Monitoring Network (TEAM) wollen, sind Fotos der Säuger.
Zwischen 2008 und 2010 wurden insgesamt 420 Kameras in Naturschutzgebieten in Uganda, Tansania, Indonesien, Laos, Surinam, Brasilien und Costa Rica installiert. Diese schossen rund 52.000 Bilder von 105 Säugetierarten: Von der kleinen Mauszwergbeutelratte bis zum fast vier Tonnen schweren Afrikanischen Elefanten. Die Fotos zeigen die Tiere aus nächster Nähe in ihrer natürlichen Umgebung.
Mehr Lebensraum heisst mehr Vielfalt
Die Analyse der Fotodaten bestätigte, was frühere Studien schon vermuten liessen: Eine Einschränkung des Lebensraums hat einen direkten und schädlichen Einfluss auf die Diversität und das Überleben von Säugetierpopulationen. Studienleiter Jorge Ahumada und sein Team wollen mit ihrer Fotofallen-Forschung die Gefahren von globalen (zum Beispiel Klimaerwärmung) und regionalen (zum Beispiel Wilderer) Einflüssen für die Säuger aufzeigen.
In grösseren geschützten Gebieten und Wäldern liefen den Forschern mehr verschiedene Arten vor die Linse. Während es im 16.000 km² grossen Naturreservat von Surinam 28 Spezies waren, zeigten die Bilder aus dem Naturschutzgebiet Nam Kading in Laos (1690 km²) weniger als die Hälfte dieser Vielfalt. Am stärksten betroffen von der Einschränkung ihres Lebensraumes seien kleinere Säugetiere. «Insektenfresser wie der Ameisenbär werden als Erste verschwinden», so Ahumada.
Grösse hat Einfluss auf Leben
Gemäss den Resultaten der Studie, die im Fachmagazin «Philosophical Transactions of the Royal Society» veröffentlicht wurden, hat die Grösse des Lebensraumes auch einen Einfluss auf Variationen von Körpergrösse und Essverhalten innerhalb einer Art.
Eine neue Spezies hat TEAM mit den Fotofallen nicht entdeckt, dafür aber Tiere, von denen man bis dahin nicht wusste, dass sie in einer bestimmten Region leben. Heute sind Kameras an 17 Standorten angebracht. Diese Zahl möchten die Forscher in Zukunft auf 40 erhöhen.
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