Donnerstag8. Januar 2026

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Tieren mitten ins Gesicht geschossen

Tieren mitten ins Gesicht geschossen
(TEAM, Organization for Tropical Studies)

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Forscher haben 420 Kameras im Dschungel rund um die Welt installiert, um Säugetiere aufzuspüren. Nebst Daten für ihre Studie erhalten sie so auch schöne Porträts und Familienfotos wilder Waldbewohner.

Tief in den Wäldern von Afrika, Asien und Amerika lauern die Fallen. Doch die Elefanten, Lepoarden, Affen und Ameisenbären, die hineingeraten, kommen unversehrt davon. Alles, was die Forscher vom Tropical Ecology Assessment and Monitoring Network (TEAM) wollen, sind Fotos der Säuger.

Zwischen 2008 und 2010 wurden insgesamt 420 Kameras in Naturschutzgebieten in Uganda, Tansania, Indonesien, Laos, Surinam, Brasilien und Costa Rica installiert. Diese schossen rund 52.000 Bilder von 105 Säugetierarten: Von der kleinen Mauszwergbeutelratte bis zum fast vier Tonnen schweren Afrikanischen Elefanten. Die Fotos zeigen die Tiere aus nächster Nähe in ihrer natürlichen Umgebung.

Mehr Lebensraum heisst mehr Vielfalt

Die Analyse der Fotodaten bestätigte, was frühere Studien schon vermuten liessen: Eine Einschränkung des Lebensraums hat einen direkten und schädlichen Einfluss auf die Diversität und das Überleben von Säugetierpopulationen. Studienleiter Jorge Ahumada und sein Team wollen mit ihrer Fotofallen-Forschung die Gefahren von globalen (zum Beispiel Klimaerwärmung) und regionalen (zum Beispiel Wilderer) Einflüssen für die Säuger aufzeigen.

In grösseren geschützten Gebieten und Wäldern liefen den Forschern mehr verschiedene Arten vor die Linse. Während es im 16.000 km² grossen Naturreservat von Surinam 28 Spezies waren, zeigten die Bilder aus dem Naturschutzgebiet Nam Kading in Laos (1690 km²) weniger als die Hälfte dieser Vielfalt. Am stärksten betroffen von der Einschränkung ihres Lebensraumes seien kleinere Säugetiere. «Insektenfresser wie der Ameisenbär werden als Erste verschwinden», so Ahumada.

Grösse hat Einfluss auf Leben

Gemäss den Resultaten der Studie, die im Fachmagazin «Philosophical Transactions of the Royal Society» veröffentlicht wurden, hat die Grösse des Lebensraumes auch einen Einfluss auf Variationen von Körpergrösse und Essverhalten innerhalb einer Art.

Eine neue Spezies hat TEAM mit den Fotofallen nicht entdeckt, dafür aber Tiere, von denen man bis dahin nicht wusste, dass sie in einer bestimmten Region leben. Heute sind Kameras an 17 Standorten angebracht. Diese Zahl möchten die Forscher in Zukunft auf 40 erhöhen.