Das würde den Konflikt über die Grenzen des Landes hinaustragen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Kadri Dschalil am Dienstag in Moskau. Er reagierte damit offenkundig auf die Drohung von US-Präsident Barack Obama, notfalls mit militärischen Mitteln auf einen Einsatz chemischer Waffen gegen die Rebellen zu reagieren.
Im Folgenden ein Überblick zu den Chemiewaffen, deren Besitz das arabische Land kürzlich offiziell bestätigte. Syriens Vorräte an Chemiewaffen gelten als die größten in der Region und sollen unter anderem aus Sarin, Senfgas und VX bestehen. Nach den Niederlagen in den Kriegen gegen Israel in den Jahren 1967, 1973 und 1982 begann die Regierung in Damaskus in den frühen 1980er Jahren, ein Arsenal an Chemiewaffen zu unterhalten und durch Zukäufe zu erweitern.
Hunderte Liter Kampfstoff
Der Aufbau eigener Produktionsstätten begann bereits 1971 in Damaskus. Experten von Global Security haben vier mutmaßliche Produktionsstätten ausgemacht: Zum einen nördlich von Damaskus und nahe der Industriestadt Homs. In Hama soll eine Anlage neben Sarin und Tabun auch VX herstellen. Eine vierte Stätte soll sich in der Hafenstadt Latakia am Mittelmeer befinden.
Experten von Global Security schätzten unter Berufung auf den US-Geheimdienst CIA, dass mehrere Hundert Liter Kampfstoff vorhanden sind und jährlich Hunderte Tonnen Vorläuferstoffe produziert werden. Das Land soll der Nuclear Threat Initiative (NRI) zufolge über Scud- und SS-21-Raketen, Artilleriegeschosse und Bomben als Trägersysteme verfügen. Die Regierung in Damaskus hat nicht die Chemiewaffenkonvention von 1992 unterzeichnet, die den Einsatz, die Herstellung und Lagerung von chemischen Kampfstoffen untersagt.
Exekutionen werden gemeldet
Syrische Truppen stürmten derweil nach Angaben von Einwohnern und Oppositionellen den Damaszener Vorort Muadamija. Die Soldaten hätten mindestens 20 junge Männer getötet, Häuser in Brand gesteckt und sich dann schrittweise zurückgezogen. Die Leichen der meist aus nächster Nähe erschossenen Männer seien in geplünderten Läden und Wohnhäusern gefunden worden. Eine Bestätigung der Angaben aus unabhängiger Quelle war nicht zu erhalten.
Zu Demaart
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