Die Rebellen in der Hauptstadt Damaskus liefern sich einen Guerillakrieg mit den Truppen von Präsident Baschar Assad. Innerhalb von zwei Tagen kamen nach Angaben von Aktivisten im ganzen Land mehr als 460 Menschen ums Leben. Präsident Assad gibt sich nicht geschlagen. Landauf, landab lässt er seine Truppen mit aller Macht gegen die Aufständischen anrennen. Die syrische Grenze zur Türkei scheint allerdings fest in Rebellenhand.
Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan hat das syrische Militär eine massive Gegenoffensive gegen die Aufständischen gestartet. Nach Angaben der Opposition überrannten die Regierungstruppen am Samstag einen Vorort von Damaskus. Nördlich der Stadt Homs seien Truppen zusammengezogen worden. Die Handelsmetropole Aleppo war den zweiten Tag in Folge heftig umkämpft. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass seit Beginn der Aufstände vor 16 Monaten rund eine Million Syrer aus Angst um ihr Leben ihre Heimatstädte verlassen haben. Syrien hat 21 Millionen Einwohner.
Gezielter Beschuss
Das Lokale Koordinationskomitee der Opposition berichtete, dass sich Truppen von Präsident Baschar al-Assad an den Eingängen der Aufständischen-Hochburg Al-Rastan nördlich von Homs sammelten. Augenzeugen berichteten von Aufklärungsflügen über der Stadt und einsetzendem Artilleriebeschuss.
Aus dem Umland von Damaskus wurden heftige Gefechte gemeldet. Bei dem Angriff auf die Vorstadt Schaba soll das Militär von regimetreuen Milizen unterstützt worden sein. Die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten, dem Angriff sei schwerer Artilleriebeschuss vorausgegangen, bei dem mindestens ein Zivilist starb und Dutzende weitere verletzt wurden.
Heftige Kämpfe
Im Damaszener Oberklasse-Viertel Al-Messe, wo viele höhere Offiziere der Sicherheitskräfte leben, gelang es Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) nach eigenen Angaben, einen Militärstützpunkt einzunehmen. Wie für alle anderen Informationen gab es dafür von unabhängiger Seite keine Bestätigung.
In der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo lieferten sich Militär und Rebellen über weite Strecken des Tages heftige Kämpfe. Erst am Nachmittag habe sich die Lage etwas beruhigt, schilderte eine örtliche Aktivistin dem Nachrichtensender Al-Dschasira. Die Handelsmetropole im Norden war bislang von den bewaffneten Auseinandersetzungen weitgehend verschont geblieben.
Viele Tote
In Deir as-Saur, der wichtigsten Stadt im kurdischen Nordosten, kamen im Artilleriebeschuss der Regimestreitkräfte mindestens drei Menschen ums Leben, darunter ein sechsjähriges Kind. Insgesamt starben nach Oppositionsangaben bis zum Nachmittag landesweit mindestens 59 Menschen. Am Freitag hatten die syrischen Menschenrechtsbeobachter knapp 240 Tote gezählt.
Die Grenze zur Türkei war dagegen nach Angaben der türkischen Zeitung Hürriyet fest in Rebellenhand. Sieben der acht Grenzübergänge würden mittlerweile von Kämpfern der FSA kontrolliert. Reisende aus Syrien berichteten allerdings einem Al-Dschasira-Reporter am Übergang Bab al-Hawa, dass nur wenige Kilometer landeinwärts das syrische Militär den Verkehr kontrolliere.
Plan gescheitert
Die syrische Muslimbruderschaft erklärte derweil den Friedensplan von UN-Sondervermittler Kofi Annan für gescheitert. Der Annan-Plan habe das Sterben von Zivilisten nicht verhindern können und dem Assad-Regime nur Zeit verschafft, sagte Gaysa Ulabi, einer der führenden Köpfe, am Samstag der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in Istanbul. Die islamistische syrische Exil-Organisation hatte sich dort zu einer dreitägigen Konferenz getroffen.
Zu Demaart







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