Dienstag13. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Steinmeier – das Interview

Steinmeier – das Interview

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Das Tageblatt hat den neuen deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin interviewt. Ein Gespräch über seine Freundschaft zu Jean Asselborn und über Deutschlands Europapolitik.

Frank-Walter Steinmeier bekleidet bereits zum zweiten Mal das Amt des deutschen Außenministers. Von November 2005 bis Oktober 2009 dauerte seine erste Amtsperiode. 2009 bis 2013 war der promovierte Jurist SPD-Fraktionschef. Seine Rückkehr ins Auswärtige Amt wurde positiv aufgenommen. In der Print-Ausgabe des Tageblatt erfahren Sie am Montag, wie viel Zeit Steinmeier für seine Familie bleibt, weshalb er sich um die „Europaentfremdung“ sorgt, welche Akzente in der Außen- und Sicherheitspolitik der EU gesetzt werden sollten und ob die Rufe nach einer verständnisvolleren deutschen Europapolitik in Berlin wahrgenommen werden. Hier ein kurzer Auszug aus dem Interview:

Tageblatt: Sie sprechen von Ihrer Freundschaft: Wie würden Sie den Menschen Jean Asselborn beschreiben?

Frank-Walter Steinmeier: „Gäbe es ihn nicht, müsste er erfunden werden (lacht). Schon in meiner ersten Amtszeit als Außenminister war zu sehen, dass Jean Asselborn großen Einfluss auf die Debatten im Außenministerrat hat. Er kümmert sich eben nicht nur um die Interessen seines eigenen Landes. Sein Herz schlägt auch für das Schicksal der Menschen in Nordafrika, im Nahen Osten oder in Afghanistan. Jean war von Anfang an ein sehr naher außenpolitischer Gesprächspartner. Und ist im Laufe der Jahre zum Freund geworden.“
(…)

„T“: Europäische Diplomaten fordern von Deutschland eine gemäßigtere Europapolitik. Der Franzose Laurent Fabius nennt dies, „den Europäern ermöglichen, Europa wieder lieben zu können“, der Luxemburger Jean Asselborn fordert „weniger Peitsche, mehr Verständnis“. Werden diese Rufe im Auswärtigen Amt gehört und wie wollen Sie diesen Forderungen politisch Rechnung tragen?

F.-W.S.: „Die Menschen überall in Europa müssen wieder spüren, dass unsere Zusammenarbeit einen echten Mehrwert für eine gute Zukunft bietet. Die Umbrüche in der Welt verunsichern, die Krise in Europa zeigt für viele schmerzhaft die Grenzen alter Modelle. Es gibt aber erste Lichtblicke bei der Überwindung der Krise. Wir haben Grund, mit mehr Zuversicht in das kommende Jahr zu blicken. Die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung scheint durchschritten, auch wenn die Wachstumsaussichten in vielen Teilen Europas noch nicht ausreichend stabil sind. Reformen und Wettbewerbsfähigkeit, Solidarität und Wachstum – dafür müssen wir weiterkämpfen. In diesem Prozess wollen wir Deutsche wieder stärker zum Ausdruck bringen, was für uns den Kern der Europäischen Union ausmacht: Verständnis und Vertrauen.“