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Star-Architekt plant Drohnen-Flughäfen

Star-Architekt plant Drohnen-Flughäfen
(Julian Stratenschulte)

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Unbemannte Flugobjekte schwirren über Ruandas Bergketten, sie transportieren Notfall-Medizin. Es klingt wie Science-Fiction - doch Architekten wie der Brite Norman Foster schlagen genau das vor.

Architekten wollen in Ruanda Frachtdrohnen für «dringende und wertvolle Lieferungen in abgelegene Regionen» testen. Das Pilotprojekt soll im kommenden Jahr anlaufen. Bis 2020 sollen drei Drohnen-Flughäfen gebaut und fast halb Ruanda per Drohne erreichbar sein. Foster plant seine futuristisch anmutenden Terminals mit Zeltdach-Optik zunächst für Lieferdrohnen mit einer Spannweite von drei Metern, die bis zu zehn Kilogramm transportieren können.

Bis 2025 sollen es dann doppelt so große Drohnen mit bis zu 100 Kilogramm Traglast sein. Sie seien «eine erschwingliche Alternative» zum Straßentransport, heißt es in einem Vorschlag, den Fosters Architekturbüro mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule im schweizerischen Lausanne und der zugehörigen Firma Afrotech erarbeitet hat. Spezialisierte Drohnen könnten lebensrettende Lieferungen wie Blut oder Medikamente «über 100 Kilometer bei minimalen Kosten transportieren.»

Frachtdrohnen

Ruandas Regierung hat sich zu dem Vorschlag noch nicht geäußert. «Das Projekt nutzt die jüngsten Fortschritte der Drohnen-Technologie, mit der normalerweise Krieg und Kampfhandlungen verbunden werden», sagt Foster. Aber Frachtdrohnen hätten «unmittelbare, lebensrettende Auswirkungen auf Afrika». Das kleine Ruanda mit moderner Infrastruktur in den wichtigsten Städten bietet die Chance, das Projekt zu testen, bevor es in weniger entwickelte und landschaftlich noch rauere Länder gebracht werden kann.

Ruanda lag nach dem Völkermord von 1994 in Trümmern, hat sich aber schnell erholt. Die Regierung unter Präsident Paul Kagame unterstützt neue Technologien und will die Hauptstadt Kigali zu einem regionalen Zentrum für Investoren und internationale Konzerne machen. Internet und Handynetz wurden schnell ausgebaut, aber die Erschließung mancher Regionen im «Land der tausend Hügel» bleibt schwierig. Sein Drohnenprojekt könne dafür sorgen, dass beispielsweise Blutkonserven trotzdem rechtzeitig ankommen, sagt Foster.

«So wie Mobiltelefone einen Festnetzanschluss überflüssig machten, können Frachtdrohnen geographische Hindernisse wie Berge, Seen oder unschiffbare Flüsse überwinden, und das ohne großflächige Infrastruktur.» Auch Afrotech-Direktor Jonathan Ledgard ist überzeugt, dass Drohnen die Zukunft sind. Auf einem überfüllten Planeten mit begrenzten Ressourcen sei es notwendig, stärker auf sie zu setzen, «um Güter schneller, günstiger und genauer zu bewegen als jemals zuvor». Ledgard ist aber unsicher, ob die Technologie den Bedürftigsten auch am meisten zugute kommt. «Es ist nicht vorprogrammiert, dass diese Geräte oder ihre Landeplätze wirklich robust und günstig genug werden, um den ärmeren Regionen zu nützen, die sie am meisten gebrauchen können.»