Mindestens 0,7 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung sollten für Entwicklungshilfe verwendet werden: das versprachen die Industrieländer Anfang der 70er Jahre. 40 Jahre später sieht die Bilanz eher ernüchternd aus. Lediglich fünf Länder haben das Ziel erreicht, darunter Luxemburg, das es auf einen ganzen Prozent bringt und damit Spitzenreiter ist. Die vier anderen sind die Niederlande (0,71 Prozent), Dänemark (0,84), Norwegen (0,93) und Schweden (0,99).
Die aktuelle Regierung will an dieser Politik festhalten. „L’effort quantitatif de la coopération luxembourgeoise sera maintenu à 1% du revenu national brut.“ Entwicklungshilfe sei ein wesentlicher Teil der luxemburgischen Außenpolitik und seines Ansehens auf internationaler Ebene. 2012 ließ sich Luxemburg dies alles 310 Millionen Euro kosten
Das erste Ziel der Entwicklungshilfe sei die Bekämpfung der Armut. Konsequenzen der Klimaveränderung sollen aber stärker berücksichtigt werden. Laut dem Regierungsprogramm soll dies aber nicht auf Kosten der Hungerbekämpfung gehen.
Neun Partnerländer
Luxemburg will sich weiterhin auf seine Strategie der Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerländern stützen. Zurzeit hat Luxemburg Kooperationsabkommen, die jeweils eine Laufzeit von vier oder fünf Jahren haben, mit neun Ländern abgeschlossen: Laos, Vietnam, Nicaragua, El Salvador, Senegal, Niger, Mali, Kap Verde und Burkina Faso. Die Palästinensischen Autonomiegebiete (Westjordanland und Gazastreifen) besitzen einen Sonderstatus, der sie quasi Partnerländern gleichsetzt.
Gesundheit und Bildung sind die Bereiche, die Luxemburg am stärksten finanziell unterstützt, gefolgt von der Wasserversorgung und Abwasserreinigung.
Mikrofinanz
Die praktische Umsetzung der Abkommen obliegt zum größten Teil der Firma Lux-Development, eine Aktiengesellschaft, bei welcher der Staat Anteilseigner ist. Luxemburg betreibt seine Entwicklungshilfe aber nicht nur über die hauseigene Lux-Development, sondern auch über die Vereinten Nationen und ihre spezialisierten Agenturen sowie über eine Vielzahl von NGOs, die ebenfalls für ihre Projekte Geld erhalten können.
126 Millionen flossen in die multilaterale Entwicklungshilfe. Verschiedene Unterorganisationen der UNO erhielten 36 Millionen, die Europäische Union 24 Millionen Euro. Die Programme der Weltbank wurden mit 22 Millionen unterstützt. Regionale Entwicklungsbanken erhielten 3 Millionen Euro.
Seit den 90er Jahren ist Luxemburg in Zusammenarbeit mit zwei NGOs – „SOS Faim Luxembourg“ und „Aide au développement autonome“ – im Bereich der Mikrofinanz tätig. Nutznießer von Mikrokrediten sind Kunden, die von Banken keine Kredite erhalten. Mit kleinsten Summen können lokale Geschäftsaktivitäten oder landwirtschaftliche Kleinbetriebe unterstützt werden. Mikrofinanz ist mittlerweile ein anerkanntes Mittel im Kampf gegen die Armut.
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