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Sorge in Europa wegen Ebola wächst

Sorge in Europa wegen Ebola wächst
(Reuters)

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Nach dem ersten Ebola-Ansteckungsfall in Europa wächst die Angst vor einer Ausbreitung der Seuche. Kritik wird laut bei den Vorsichtsmaßnahmen.

In Madrid wurden am Dienstag drei weitere Menschen zur Beobachtung in eine Klinik eingewiesen. Am Montag war bekannt geworden, dass eine Pflegerin sich in einem Krankenhaus mit dem Virus infiziert hat, in dem zuvor zwei Patienten an Ebola gestorben waren. Womöglich wurden dabei nicht alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Laut den Gesundheitsbehörden gibt es neben der infizierten Krankenschwester drei weitere «Verdachtsfälle».

Dabei handele es sich um den Ehemann der 40-Jährigen, eine zweite Krankenschwester der Klinik sowie einen kürzlich aus dem Ausland nach Spanien zurückgekehrten Mann. Keiner der drei Fälle wurde bislang positiv getestet, wie der Chef der Inneren Medizin der Klinik Carlos III., Francisco Arnalich, sagte. Der Ehemann werde jedoch als «hoch gefährdet» eingestuft. Bei der infizierten Krankenschwester waren den Behörden zufolge zwei Tests «positiv» ausgefallen.

Zeit verloren

Sie arbeitete in der Klinik Carlos III., in der im August und September zwei spanische Missionare nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola gestorben waren. Die Krankenpflegerin war den Angaben zufolge einmal beim Missionar García Viejo zur Behandlung und einmal zum Säubern des Zimmers auf der Isolierstation nach seinem Tod am 25. September. Am 30. September habe sie sich dann erstmals krank gefühlt, sei aber erst am 5. Oktober mit Fieber zum Arzt gegangen, sagten Behördenvertreter. Ihr Zustand sei stabil, das Fieber halte aber an.

Rund 30 weitere Kontaktpersonen würden überwacht, darunter mehrere Kollegen aus der Klinik. Obwohl die Pflegerin laut dem Personalvertreter des Krankenhauses Carlos III., Antonio Caballero, die Klinik über ihr Unwohlsein informierte, sei sie zum normalen Gesundheitszentrum in ihrer Nachbarschaft geschickt worden. Demnach wurde womöglich wichtige Zeit verloren, in der andere Menschen infiziert worden sein könnten.

Kritik wird laut

Die Gewerkschaftsführerin Elena Moral sagte dem Rundfunk: «Die Vorsichtsmaßnahmen, die hätten ergriffen werden sollen, waren nicht effektiv. Das notwendige Training wurde nicht gegeben, und wir müssen herausfinden, wer verantwortlich war.» Eine Kardiologin der Klinik Carlos III. sagte der Nachrichtenagentur AFP, die «Leute sind total verängstigt». «Wir können nicht verstehen, wie jemand, der einen doppelten Schutzanzug und zwei Paar Handschuhe trug, sich anstecken konnte.»

Die Ärztin stellte in Frage, ob Spanien überhaupt in der Lage sei, mit dem über Körperflüssigkeiten übertragenen Ebola-Virus umzugehen, an dem in Westafrika bislang fast 3500 Menschen gestorben sind. Gesundheitsministerin Ana Mato sagte, es werde geprüft, ob während der Behandlung der beiden Priester sämtliche Vorschriften eingehalten wurden. Spanien befolge grundsätzlich aber die Ratschläge der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die EU-Kommission forderte Spanien auf, für «Aufklärung» des ersten Ansteckungsfalls in Europa zu sorgen. Es sei «offensichtlich, dass es irgendwo ein Problem gibt».