Dienstag3. Februar 2026

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Snowdens Partner verlässt «Guardian»

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Der prominenteste Enthüllungspartner des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden verlässt die britische Tageszeitung "The Guardian" mit unbekanntem Ziel.

Er werde künftig für ein «journalistisches Traumprojekt» arbeiten, «wie man es nur einmal in seiner Karriere bekommt», sagte der US-Journalist Glenn Greenwald am Dienstag der Internetseite «Buzzfeed». Demnach soll das «sehr gut finanzierte» Medienunternehmen in New York, Washington und San Francisco sitzen. Greenwald und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras hatten Snowden federführend geholfen, seine Insiderkenntnisse über Überwachungsprogramme des US-Geheimdiensts NSA publik zu machen.

«Meine Rolle, abgesehen vom Reporterjob und Schreiben, wird der Aufbau eines komplett neuen Journalistenteams sein», sagte Greenwald. Dabei werde er – mit Schwerpunkt auf politischer Berichterstattung – für die Einstellung von Journalisten und Redakteuren zuständig sein, die denselben Berufsethos hätten wie er. Laut «Buzzfeed» wird der Investigativjournalist Greenwald auch weiterhin in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro leben und dort ebenfalls Kollegen zur Seite gestellt bekommen. Weitere Details zu dem künftigen Projekt würden «in Kürze enthüllt», sagte der studierte Anwalt.

«Fantastische Zusammenarbeit»

Der «Guardian» würdigte Greenwald in einer Mitteilung als «bemerkenswerten Journalisten», mit dem es eine «fantastische Zusammenarbeit» gegeben habe. Die Zeitung selbst sei «natürlich enttäuscht von Glenns Entscheidung», könne aber «die Anziehungskraft des neuen Angebots für ihn nachvollziehen», sagte eine Sprecherin. Greenwald äußerte sich seinerseits «unglaublich stolz über das, was wir erreicht haben».

Die Berichterstattung über umfangreiche Spähprogramme, mit denen die NSA und andere Geheimdienste weltweit massenhaft E-Mails und Telefonate überwachen, hatte dem «Guardian» weltweite Aufmerksamkeit beschert. Allerdings bekam die Zeitung auch massiven Druck von Behörden, die sich ihrerseits mit heftiger Kritik von Bürgerrechtlern und Datenschützern konfrontiert sahen. Unter anderem wurde «Guardian»-Chefredakteur Alan Rusbridger von der britischen Regierung gezwungen, Festplatten mit Informationen von Snowden zu zerstören.