Afrikanischer Liebesstreik nach antikem Vorbild: Frauen in Togo wollen durch einen Sex-Boykott politisch etwas in ihrem Land bewegen – ähnlich wie in Artistophanes‘ Komödie «Lysistrata» die Griechinnen durch sexuelle Verweigerung ihre Männer erfolgreich zum Frieden gezwungen hatten. Die Togolesinnen wollen ihre Männer hingegen dazu bringen, sich für den Rücktritt von Präsident Faure Gnassingbé einzusetzen.
Ein Zusammenschluss von 16 Zivilgesellschaftsgruppen, die sich unter dem Motto «Let’s Save Togo» (Lasst uns Togo retten) vereint haben, hat zu dem Bett-Ausstand aufgerufen. Die Frauen in dem westafrikanischen Land sollen von diesem Montag an eine Woche lang nicht mehr ihren ehelichen Pflichten nachkommen. Der Protest richtet sich vor allem gegen eine Wahlrechtsreform, die es Gnassingbés Partei leichter machen soll, bei Wahlen im Oktober Parlamentssitze zu gewinnen. Der 46-Jährige ist seit 2005 an der Macht.
Zustimmung aus Luxemburg
«Es ist eine positive Aktion für den Demokratisierungsprozess in dem Land,» sagt am Montag Togo-Ehrenkonsul Paul Hammelmann gegenüber Tageblatt.lu. Schon immer waren in Togo die Frauen das starke Geschlecht. «Besonders die Märkte werden von den Frauen organisiert und dominiert. Dabei spricht man von den «Mamans Benz», unterstreicht Hammelmann. Ob es allerdings zum Sturz von Präsident Faure Gnassingbé kommt, bezweifelt der Jurist.
«Wir möchten, dass alle Frauen, deren Ehemänner den Präsidenten unterstützen, so lange Sex verweigern, bis ihre Stimmen gehört werden», sagte die 32-jährige Astou Yabi der Nachrichtenagentur dpa. «Frauen haben nicht viel Macht in Togo, aber jeder weiß, dass Männer für bestimmte Dinge auf uns angewiesen sind. Dies ist eine machtvolle Art, uns Gehör zu verschaffen», fügte sie hinzu.
Schlafzimmer als Druckmittel
Es ist nicht das erste Mal, dass Frauen in Afrika das Schlafzimmer als Druckmittel einsetzen: Vor zwei Jahren hatten mehrere Frauengruppen im ostafrikanischen Kenia zum Sex-Boykott aufgerufen, um von den Politikern Reformen zu fordern. Und bereits 2003 stiftete die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee zur Massen-Abstinenz an, um damit einen 14-jährigen Bürgerkrieg zu beenden. 2001 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
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