Nach der feierlichen „passation des pouvoirs“ in der Luxexpo hat sich das Tageblatt kurz mit dem neuen Polizeichef unterhalten.
Zur Person
Philippe Schrantz wurde am 30. Mai 1967 in Esch geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Nach dem Abitur im Escher Lycée de Garçons absolvierte er die „Ecole Royale Militaire“ in Brüssel, machte anschließend in Liège eine Ausbildung als Kriminologe (Lizenz). 1999/2000 absolvierte er eine Zusatzausbildung am „Institut des Hautes Etudes de la sécurité intérieure“ in Paris.
Von 1991 bis 1999 war er „commandant adjoint“ der Spezialeinheit der Gendarmerie. Von 2000 bis 2006 war er Regionaldirektor am Kommissariat Grevenmacher. Vom 1. Februar 2006 bis 14. August 2011 war er Personalchef der Polizei, ehe er von der CFL in gleicher Funktion „abgeworben“ wurde. Offiziell ab 1. März 2015 ist er neuer Generaldirektor der Luxemburger Polizei.
Egal wie man’s nimmt, dieser Wechsel an der Polizeispitze ist ein „politischer“. Müssen Sie aufräumen, vielleicht gar ausmisten – oder ist das zu drastisch formuliert?
Philippe Schrantz: „Um Gottes Willen … wir brauchen jetzt jeden Einzelnen. Natürlich werde ich mich umhören, wo eventuell der Schuh drückt. Ein bißchen habe ich mir schon ein Bild gemacht. Wenn Entscheidungen nötig sind, werden diese getroffen. Aufräumen muss ich nicht, nein. An der Spitze sind wir ein neues Team, auch das wird sich finden.“
Sie sind noch relativ jung, waren seit August 2011 nicht mehr in der Polizei, kommen nun als „Seiteneinsteiger“ zurück und das gleich auf den allerhöchsten Posten. Rechnen Sie mit Widerstand gegen ihre Person?
„Ich war nur drei Jahre weg, hatte regelmäßig Kontakt mit vielen früheren Kollegen, gewissermaßen immer einen Fuß in der Tür. Die ersten Reaktionen waren durchweg positiv. An mir dafür zu sorgen, dass das so bleibt.“
Ihre Reaktion auf die Pressekonferenz der Polizeigewerkschaft am Donnerstag: Das war ja eine regelrechte Frontalattacke auf die „cadres supérieurs“ …
„Eine Gewerkschaft hat ihre Rolle zu spielen, aber hier schossen sie wohl etwas übers Ziel hinaus. Ich war selbst lange gewerkschaftlich aktiv, habe durchaus Verständnis. ‚Awer daat hei war vun der Form hier … naja, daat hätt kéinten mei gemellech sin‘.“
2014 wurden Sie von HR One als Personalchef des Jahres ausgezeichnet, manche Kollegen bezeichnen Sie als „sozialen Typen“. Ist das vereinbar mit militärischem Korpsgeist oder müssen Sie den aufbrechen?
„Da gibt es oft falsche Vorstellungen, das Militärische und Menschlichkeit sind keineswegs unvereinbar. Ordnung und Disziplin geht auch mit Menschlichkeit zusammen. ‚D’Auszeechnung u sech hun ech als ganz flott empfonnt‘, sie hat den Lebensabschnitt Personalchef gut abgerundet. Es kann also nicht alles falsch gewesen sein, was ich gemacht habe.“
Zu Demaart














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