Samstag31. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

«School-Leaks»: Meisch erklärt neue Prozedur

«School-Leaks»: Meisch erklärt neue Prozedur
(Tageblatt-Archiv)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Die sogenannten "School-Leaks"-Affäre hatte im Frühjahr 2015 für viel Aufregung gesorgt. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage erklärt Unterrichtsminister Claude Meisch die neue Prozedur, wie das illegale Verbreiten von Prüfungen vor den Leistungstests verhindert werden soll.

Es geht um die sog. nationalen Leistungstests im «cycle 4.2» der Grundschule, die ein Teil der Orientierungsprozedur (von insgesamt fünf Aspekten, die berücksichtigt werden) vor dem Wechsel der Schüler ins Lyzeum sind.

«Inszeniert», «zu hoher Stellenwert» und «gewisse Laxheit»

Im großen Tageblatt-Interview zur Schul-Rentrée im September 2015 hatte Claude Meisch über School-Leaks folgendes gesagt:

«Alles deutet darauf hin, dass dieser Skandal von einzelnen Personen provoziert und inszeniert wurde, wahrscheinlich mit dem Hintergedanken, dem Ministerium und der Bildungspolitik zu schaden. Das Ministerium hat seine Verantwortung übernommen und die betroffenen Personen suspendiert. Des Weiteren laufen Disziplinarverfahren. Eine Schlussfolgerung, die man aus der Affäre ziehen muss, ist, dass die Lehrer, die Eltern und die Schüler dem Test einen zu hohen Stellenwert gegeben haben.

Wenn Testfragen weitergereicht werden, um sich einen Vorteil zu verschaffen, zeigt das, dass der Test als Aufnahmeexamen angesehen wird, dabei ist er nur ein Element unter vielen, wenn es um die Orientierung von der Primär- auf die Sekundarstufe geht. Eigentlich soll der Test nur das Gefühl der Lehrer und der Eltern bestätigen. Nun wird der Übergang von der Grundschule auf die Sekundarstufe reformiert. Bereits im fünften Schuljahr, also dem Cycle 4.1, beginnt die Orientierung des Schülers.

Die Prozedur wird demnach auf zwei Jahre ausgedehnt, damit der Schüler ein Jahr Zeit hat, um auf die erste Analyse zu reagieren. Ich möchte zum Thema School-Leaks letztlich darauf hinweisen, dass vielleicht im Laufe der Jahre eine gewisse Laxheit entstanden ist. Nun wurde aber jeder Mitarbeiter und Staatsbeamte des Bildungsministeriums an seine Verantwortung erinnert.»

Vor den Tests im März 2015 waren Fragen inklusive Verbesserungen vorab zirkuliert (Link); Tests mussten teilweise wiederholt werden und im Zuge der «Affäre» wurden insgesamt vier Sekundarschullehrerinnen aus dem Echternacher Lyzeum suspendiert (Link).

Der Minister geht in seiner Antwort zunächst auf den diesjährigen Kalender der Tests ein: zwischen dem 7. März und dem 24. März finden landesweit die Prüfungen in Deutsch, Französisch und Mathematik statt. Die Verteilung der Fragen erfolge nun in zwei Phasen, so Meisch. Bis zum 27. Januar muss jede Grundschule eine Person aus dem «comité d’école» bestimmen (die nicht im «cycle 4» unterrichtet), an welche die Testfragen per Post einige Tage vor dem Prüfungstag geschickt werden. Diese prüft dann, ob alles ausreichend vorhanden ist, und hält das Material unter Verschluss und trifft die nötigen Sicherheitsmaßnahmen, damit dies auch so bleibt («Il garde les matériels sous clé et prend les mesures de sécurité adéquates.»)

«Secret professionnel» und Vertraulichkeit

Am Morgen der jeweiligen Tests werden die Fragen dann an alle Lehrer des «cycle 4.2» ausgeteilt. Diese Lehrer erhalten derweil alle Ausführungsbestimmungen, sowie Anweisungen für die Verbesserungen, am Testtag selbst per Email. Die Schulinspektoren erhalten alles per Email am Vortag eines Tests.

Die Mitglieder der «conseils d’orientation» – zu diesen gehören auch Sekundarschullehrer – erhalten derweil das ganze Material auf dem Postweg erst am 18. April; an dem Tag, an dem auch die Resultate den Klassenlehrern in der Grundschule mitgeteilt werden.

Claude Meisch schließt mit der Bemerkung, dass alle implizierten Personen noch einmal auf das «secret professionnel» sowie die Vertraulichkeit hingewiesen werden, denen sie als Staatsbeamte verpflichtet seien.

Lesen Sie auch:

Durchmogeln ins Lycée

Zwei Lehrerinnen werden suspendiert

Schoolleaks als Dorfposse

«Hexenjagd» auf zwei Lehrerinnen

Zwei weitere Lehrerinnen suspendiert