Freitag30. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Satellit GOCE in Atmosphäre verglüht

Satellit GOCE in Atmosphäre verglüht

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Drei Wochen nach Verbrauch des letzten Treibstoffs ist der europäische Forschungssatellit GOCE am Montag in der Erdatmosphäre verglüht.

Der rund fünf Meter lange und gut eine Tonne schwere Satellit trat gegen 01.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit in die Atmosphäre ein, wie die Europäische Weltraumagentur ESA am Montag in Paris mitteilte. Bruchstücke von insgesamt einem Viertel seiner Masse dürften demnach auf die Erde gefallen sein. Schäden wurden den Angaben zufolge jedoch nicht verzeichnet. Bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überflog GOCE Sibiriern, den westlichen Teil des Pazifischen Ozeans, den östlichen Teil des Indischen Ozeans und die Antarktis. Die letzte Flugbahn des Satelliten wurde von einem internationalen Team überwacht.

Der Leiter des ESA-Büros für Weltraumtrümmer, Heiner Klinkrad, verwies darauf, dass der eine Tonne schwere Satellit nur einen Bruchteil der 100 bis 150 Tonnen an vom Menschen produzierten Weltraumobjekten ausmache, die jedes Jahr wieder in die Atmosphäre eintauchen. «In den 56 Jahren seit Beginn der Raumfahrt sind zirka 15.000 Tonnen an von Menschenhand gemachten Weltraumobjekten wieder in die Erdatmosphäre eingetreten, ohne dass jemals Menschen verletzt wurden.»
GOCE war 2009 gestartet worden.

Dreidimensionale Karte

Während der vierjährigen Mission erstellten Forscher mit Daten des Satelliten eine dreidimensionale Karte des Gravitationsfelds der Erde. Dazu umkreiste der Forschungssatellit unseren Planeten in einer vergleichsweise niedrigen Höhe von nur 260 Kilometern, wo es noch zahlreiche Moleküle der Erdatmosphäre gibt.

Zu Beginn seiner Mission hatte der mit einem Ionenantrieb ausgerüstete Satellit 41 Kilogramm Treibstoff an Bord. Mitte September hatte die ESA mitgeteilt, dass die Treibstoffvorräte des Satelliten zu Ende gehen. Die 350 Millionen Euro teure Satellitenmission war ursprünglich nur auf 20 Monate ausgelegt. Weil es aber eine sehr geringe Sonnenaktivität gab und damit die Moleküldichte auf der Umlaufbahn des Satelliten niedriger war als erwartet, hielt der Treibstoff mehr als doppelt so lange.