Das verhehlt auch Umweltministerin Carole Dieschbourg im Interview zum Abschluss der Serie nicht. Auch wenn sie keine «politische Vergangenheitsbewältigung» betreiben wolle, so kommt sie im Verlauf des Gesprächs doch nicht umhin festzustellen: «Wir können nicht in zwei Jahren aufholen, was in 20 Jahren nicht gemacht wurde.»
Auch dass das Wasser keine Priorität dieser Regierung sei, lässt sie nicht gelten: «Das erste, womit ich im Dezember 2013 ins Parlament ging, war die Nitrat-Richtlinie. Für Camille Gira war es die Kläranlage ‚Bleesbréck‘.» Dieschbourg weist u.a. die Kritik des «Mouvement écologique» am zukünftigen Bewirtschaftungsplan für Luxemburgs Gewässer (Link) weit von sich. Dieses hatte von einer «Bankrotterklärung» gesprochen. Die Ministerin sieht neben der Qualität ganz allgemein das Absichern der Trinkwasserproduktion in Luxemburg als oberste Priorität an und kontert die Umweltorganisation: «Wenn wir irgendwann Trinkwasser im Ausland einkaufen müssten, das wäre eine Bankrotterklärung.»
Jeder muss helfen
Auf dem Weg zu besserer Qualität komme man aber nur voran, wenn sehr viele Rädchen richtig ineinander greifen würden, und Dieschbourg zählt auf: Ministerium, Verwaltung, Wirtschaft, Industrie, Landwirtschaft, Verkehrs- und Transportwesen, Gemeinden, Syndikate, die Bürger. «Jeder muss ein bisschen helfen auf dem Weg zu einer besseren Wasserqualität», schließt die Umweltministerin.
Das ganze Gespräch mit Umweltministerin Carole Dieschbourg finden Sie in der Tageblatt-Ausgabe vom 26. September (Print und Epaper).
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