Donnerstag29. Januar 2026

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Röntgenblick für den Straßenverkehr

Röntgenblick für den Straßenverkehr
(dpa)

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Einfach durch den Vordermann hindurch sehen und so sichererer überholen: An dieser Vision für das Auto der Zukunft arbeiten portugiesische Forscher.

Für den «Röntgenblick» setzen sie im wesentlichen auf drei Komponenten, erläutert Projektleiter Michel Ferreira von der Universität Porto: eine Videokamera im vorausfahrenden Fahrzeug, eine Projektion auf der Frontscheibe des Hintermanns und eine schnelle Datenverbindung zwischen den Autos. «So kann der erste Wagen die Bilder aufnehmen, die Aufzeichnung live an das andere Fahrzeug übertragen – und dessen Fahrer sieht, was ganz vorne passiert», beschreibt Ferreira das «See-Trough-System» genannte Assistenzsystem.

Zwar klingt diese Technologie nach Zukunftsmusik, doch Ferreira hofft auf eine Umsetzung schon in den nächsten Jahren. Die nötigen Kameras hätten viele Fahrzeuge etwa für die Verkehrszeichenerkennung oder Spurführungshilfen bereits an Bord, und die Datenverbindung für die Kommunikation zwischen Autos – die sogenannte Car-2-Car-Kommunikation – werde seit Jahrzehnten erforscht und so langsam umgesetzt.

Woran es noch hapert, sei die Projektion auf der Frontscheibe, erklärt der Wissenschaftler, der Sichthindernisse wie Lastwagen mit den Videobildern genau überlagern und sie so buchstäblich ausblenden will. Allerdings seien Head-up-Displays dafür noch nicht flexibel genug und die Projektionen noch zu unscharf, so Ferreira. Die Wissenschaftler experimentieren deshalb mit transparenten LCD-Folien oder auch Projektionsbrillen und hoffen in wenigen Jahren auf den Durchbruch.