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Ritterschlag für die «Wichtigkeit»

Ritterschlag für die «Wichtigkeit»
(AP)

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Am Bilderberg-Treffen steckt die globale Elite die Köpfe zusammen. Dass die Beschlüsse geheim bleiben, sorgt für die wildesten Gerüchte.

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Donnerstag (11. Juni) die 63. Bilderberg-Konferenz in Tirol in Österreich. Bis zum 14. Juni wollen 140 Experten und Entscheider aus 22 Ländern informell über «Themen von globaler Relevanz» beraten, teilte der Veranstalter mit.

Wer hier eingeladen ist, gehört zur Crème de la crème. Aus den USA reisten am meisten Teilnehmer an: 33 Wirtschaftsführer, Politiker und Wissenschaftler, angeführt vom 92-jährigen Oberstrategen Henry Kissinger. Darauf folgen Grossbritannien (12), Frankreich (11), Österreich und Deutschland (je 10). Wie die BBC vermerkt, ist unter den Bilderbergern die niederländische Königin Beatrix diesmal das einzige gekrönte Haupt.

«Nebenregierung»

Das Treffen ist als privater Kreis organisiert, es gibt weder Beschlüsse noch wird das anonymisierte Protokoll veröffentlicht. Kritiker sehen in der Zusammenkunft in einem Luxushotel eine Art «Nebenregierung». Die Bilderberg-Konferenz wurde 1954 gegründet, um den Dialog Europas mit Nordamerika zu fördern. Der Name wurde vom ersten Tagungsort, dem Hotel de Bilderberg in Oosterbek in den Niederlanden, übernommen.

Für die Konferenztage gilt rund um den Tagungsort eine hohe Sicherheitsstufe. Dazu gehört ein Flugverbot für Kleinflugzeuge oder auch Drachenflieger in einem Umkreis von 50 Kilometern. Neben einer zweitägigen Mahnwache ist laut Polizei noch eine Demonstration am Samstag in Telfs, etwa 15 Kilometer vom Konferenzort entfernt, angemeldet. Dazu werden vom Veranstalter 2000 bis 3000 Menschen erwartet. Hinweise auf gewalttätige Aktionen gebe es bisher nicht, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Polizei will lageabhängig bis zu 2100 Beamte einsetzen.

«Der sagenumwitterte Charakter der Konferenz ist auch Ergebnis von Gerüchten und Überspitzungen», sagt der Buchautor und Wissenschaftler an der Universität Münster, Björn Wendt. Der Mythos Bilderberg- Konferenz werde durch geringe Transparenz gefördert. So gebe es erst seit 2010 einen Internet-Auftritt, die etwa 100- bis 150-seitigen Tagungsberichte seien vertraulich und die Redner anonymisiert. Die Einladung erfolge unter dem Gesichtspunkt: «Wer ist wichtig oder Wer wird wichtig werden?» «Die Einladung ist eine Art Ritterschlag, eine Anerkennung für die Wichtigkeit», sagt Wendt.

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