Das Ringen zur Lösung der anhaltenden Schuldenkrise in Europa ging auch am Wochenende weiter. Die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) setzten am Samstag in Paris ihre Beratungen fort. Für den Nachmittag wird eine gemeinsame Abschlusserklärung erwartet. Darin dürften die G-20 zwar Fortschritte der Europäer beim Krisenmanagement loben, aber erneut eine rasche Lösung anmahnen. Auch werden sie dem Vernehmen nach wie schon im September in Washington bekräftigen, Banken angemessen mit Kapital auszustatten.
Ein umfassendes Euro-Lösungspaket einschließlich weiterer Maßnahmen zur Stützung von Banken wird auf dem Gipfel der Euro-Länder und EU-Staaten am Sonntag nächster Woche (23. Oktober) erwartet.
Vorbereitung auf Cannes
Das Ministertreffen in Paris dient auch zur Vorbereitung des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs Anfang November in Cannes. Dort sollen weitere Schritte zur Regulierung der internationalen Finanzmärkte und zur Reform des Weltwährungssystems getan werden.
US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verabredeten eine enge Abstimmung vor dem G20-Gipfel. In einem Telefonat am Freitag hätten sich beide außerdem über die Schuldenkrise in der Euro-Zone ausgetauscht, teilte das Weiße Haus mit.
«Schutzwälle» der Banken verstärken
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte gefordert, die «Schutzwälle» der Banken zu verstärken. Die Institute sollten sich am Markt frisches Kapital besorgen, um riskante Geschäfte besser abzusichern. Gelingt dies nicht, sollen den Banken Kapitalspritzen aufgezwungen werden.
Der Druck auf die Branche hatte sich zuletzt zusätzlich erhöht, nachdem die Ratingagentur Standard&Poor’s die Kreditwürdigkeit des französischen Großbank BNP Paribas um eine Stufe von «AA» auf «AA-» gesenkt hatte. Auch andere europäische Großbanken sind ins Visier der Ratingagenturen geraten.
Zu Demaart
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