Der Begriff «Einkaufswagen» ist aus der Mode gekommen. Den Gitterkasten auf vier schwenkbaren Rädern aus dem Elsaß nennt man längst weltweit «Caddie». Dass dahinter eine Firma steckt, die auch «Caddie» heißt, weiß man gemeinhin nicht. «Caddie» und der Mutterkonzern Altia müssen vor dem Konkurs gerettet werden. Es fehlen ungefähr fünf Millionen Euro. Die drei Gründer des Konzerns besitzen nicht mehr die genügenden Mittel, um frisches Geld einzuschießen.
Das Problem ist: Der französische Staat hatte vor einigen Jahren Altia geholfen die Einkaufswagenfirma zu kaufen und auch eine Automobilzubehörfirma in den Konzern zu integrieren. Seitdem gehören dem französischen Staat 20 Prozent des Kapitals. Würde die Regierung nun erneut fehlendes Kapital nachschießen, dann würde ihr die Kapitalmehrheit gehören. Das verbieten die europäischen Regeln.
Rettung
Frankreich will nun seine staatliche Investitionsbank BPI dazu verwenden, Caddie und seine Muttergesellschaft zu retten. BPI soll mit Wandelanleihen, die nicht gewandelt werden sollen, in das Kapital der Gesellschaft einsteigen und sie so sichern. Im Gegenzug setzte die staatliche Investitionsbank en neues Management ein.
Die Konkurs-Situation ist für Caddie nicht neu. Vor zwei Jahren bereits war das Unternehmen am Ende. De Übergabe an den Altia Konzern sollte die Rettung bringen. Der aber geriet selber ins Schleudern. Er nutzte die Einnahmen aus den Tochtergesellschaften wie Caddie, um Löcher zu stopfen. Zulieferer von Caddie wurden nur mit Verspätung oder gar nicht bezahlt. Aufträge gibt es, aber die Lieferanten wollen nicht mehr.
Und sogar EDF musste überzeugt werden, Caddie den Strom nicht abzudrehen. Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg, hatte nun einmal mehr die Kluft des Firmenretters angezogen, um ein Aushängeschild der französischen Wirtschaft mit 3.000 Beschäftigten in zehn Ländern zu retten.
Zu Demaart
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