Montag2. Februar 2026

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Reiche Ausländer lieben Belgien

Reiche Ausländer lieben Belgien
(Reuters/Carlos Jasso)

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732 belgische „Fälle“ haben belgische Journalisten aus den Panama Papers herausgefiltert. Knapp ein Zehntel davon sind Ausländer, die in Belgien leben, darunter auch ein Luxemburger.

Wer behauptet da noch, Luxemburg sei ein Steuerparadies für Vermögende. Wer was auf sich hält, lässt sich in Belgien nieder, zumindest offiziell. Und wem auch das noch nicht reicht, der gründet oder gründete bis vor kurzem zusätzlich eine Offshore-Firma außerhalb des Königreichs, um sein Vermögen vor dem Zugriff eines gierigen Finanzamtes zu schützen.

Aus den zahlreichen Panama Papers, die den belgischen Journalisten zur Verfügung gestellt wurden, schälten die Kollegen von „Le Soir“ insgesamt 732 belgische „Fälle“ heraus. 70 von ihnen seien keine belgischen Staatsbürger, so „Le Soir“ am Donnerstag. Die meisten von ihnen, 15, kommen aus Frankreich, 13 aus den Niederlanden, 11 aus Großbritannien, 4 aus Schweden, jeweils 3 aus Israel, Griechenland, der Schweiz, Kanada und Italien, 2 aus Neuguinea und jeweils 1 aus anderen Ländern. Auch ein Luxemburger soll sich darunter befinden.

Mit zu den bekanntesten französischen Namen gehört die Familie Bongrain, zweitgrößtes Unternehmen für Käseprodukte, bekannt vor allem für seinen Weichkäse „Caprice des Dieux“. Die Familie ließ über mehrere Offshore-Firmen u.a. auf den niederländischen Antillen, den britischen Jungferninseln und Panama Millionen verschieben, wie die Zeitung „Le Monde“, die ebenfalls an der monatelangen Recherchearbeit des Internationalen Recherchenetzwerkes ICIJ beteiligt war, herausfand.

«Göttliche Launen»

Zu den anderen reichen Franzosen, die in Belgien angemeldet sind und Offshore-Firmen gründen ließen, gehört auch Waldemar Kita und Jean-Denis Sarraquigne. Ersterer ist Besitzer des Fussballclubs FC Nantes, der zweite besaß das berühmte Café Sénéquier in Saint-Tropez. Beide haben laut „Le Soir“ auf die Dienste der Luxemburger Gesellschaft Navilux SA zurückgegriffen, um eine Offshore-Firma auf den britischen Jungferninseln zu gründen.

Auf die Firma laufen die privaten Jachts der beiden. Die britischen Inseln bieten Schiffsbesitzern viele Steuervorteile. Sie zahlen keine Mehrwertsteuer beim Kauf des Boots, keine Steuern beim Weiterverkauf; die Anmeldungsgebühren sind niedrig, und die Gewinne aus dem Betrieb des Schiffes sind von der Steuer befreit. «Sie wissen also, was zu tun ist», so der Aufruf im «Le Soir».