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Referenzarzt wird «angepasst»

Referenzarzt wird «angepasst»
(Joerg Koch)

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Die Finanzen der Gesundheitskasse sind gut. Das Konzept des Referenzarztes bleibt bestehen, wird aber überarbeitet und an das elektronische Patientendossier geknüpft.

Am Mittwoch fand die Gesundheits-Quadripartite in der Handwerkerkammer statt. Auf der Tagesordnung stand unter anderem der Referenzarzt. Die Regierung will an dem Konzept festhalten, auch wenn sich der erwartete Erfolg bislang nicht eingestellt hat. Das Konzept werde aber „angepasst“, wie Gesundheitsministerin Lydia Mutsch und Sozialversicherungsminister Romain Schneider unterstrichen.

Auch das elektronische Patientendossier kommt. Die nationale Datenschutzkommission hat hierzu grünes Licht gegeben. Referenzarzt und elektronisches Dossier sollen aneinander gekoppelt werden, um so die bestmögliche Versorgung des Patienten zu gewährleisten. Dr Claude Schummer, Generalsekretär der Ärztevereinigung AMMD zeigte sich mit der Weiterführung des Referenzarztes einverstanden, wenn Gebührenordnung und die neue Konvention gleichzeitig kommen.

Zerbrechliches Gleichgewicht

In Sachen elektronisches Patientendossier beharrt er darauf, dass dieses sowohl für den Arzt als auch für den Patienten eine freiwillige Angelegenheit bleibe. Der Referenzarzt wurde im Juni 2012 auf Initiative des damaligen Gesundheitsministers Mars di Bartolomeo eingeführt. Die Finanzlage der CNS (Nationale Gesundheitskasse) sei gesund, wurde am Mittwoch erklärt. Es handele sich jedoch um ein „zerbrechliches Geleichgewicht“, wurde betont.

Die Arbeitgeber-Vertreter sind aber der Meinung, dass das Gelcihgewicht eher „prekär“ sei. Durch die Schaffung von neuen Krankenhäusern und die Gesundheitsreform würden neue Kosten entstehen die auf die CNS zukommen werden, so Nicolas Henckes von der UEL.

Vonseiten der Gewerkschaften war zu hören, dass unter anderem die Diskussionen über die Organisation der Notdienste weitergeführt werden müssen. Auch widersetze man sich dem Vorhaben der Regierung, die die 20 Millionen Euro streichen will, welche die CNS jährlich für den Mutterschaftsurlaub erhält. Die Gewerkschaft erinnert daran, dass die Kosten für diese Sozialmaßnahme sich schon jetzt auf etwa 30 Millionen belaufen, ja sogar auf 42 Millionen Euro, wenn man den Stillurlaub mitrechnet. 2010 wurde die Finanzierung des Mutterschaftsurlaubs an die Gesundheitskasse transferiert. Vorher kam das Geld aus dem Staatshaushalt. Wenn man jetzt die Mittel der CNS beschneide, entstehe ein Loch, das nur durch die Beiträge kompensiert werden könne. So bezahlen die Mitglieder und andere Leistungen werden unmöglich, warnt Carlos Perreira vom OGBL.

Einkaufszentrale und Laboratorium

Schließlich standen noch die Organisation der nationalen Krankenhaus-Aktivitäten und logistische Fragen auf dem Menü der Quadripartite. Hier stellte der Krankenhausverband (FHL) sein Projekt der Schaffung einer gemeinsamen Einkaufszentrale vor.

Auch im Bereich der biomedizinischen Analysen und der Informatik soll enger zusammengearbeitet werden. So will die FHL im Centre hospitailier ein zentrales Laboratorium einrichten. Gleichzeitig sollen in den verschiedenen Krankenhäusern kleine Labo-Einheiten verbleiben, wie Lydia Mutsch betonte. Auch an eine spätere Zusammenarbeit mit dem Nationalen Laboratorium wird gedacht. Man wolle in diesem Bereich eine Exzellenz anstreben, so die Ministerin. An der Quadripartite-Sitzung nehmen Vertreter von Regierung, Gewerkschaften, Patronat und medizinische Dienstleister teil. Die Viererrunde trifft sich zweimal im Jahr.

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