Montag26. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Rebellen drängen IS zurück

Rebellen drängen IS zurück

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

In kaum einem anderen Gebiet Syriens gibt es so viel blutige Gewalt wie in Aleppo und im Umland der Stadt. Regime, Rebellen und IS bekämpfen sich gegenseitig. Der Druck auf die Extremisten wächst.

Bei Luftangriffen auf Rebellengebiete in der nordsyrischen Stadt Aleppo sind mindestens 15 Zivilisten getötet worden, darunter Kinder. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, viele schwer, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch meldete. Nördlich der Stadt drängten Rebellen die IS-Terrormiliz zurück und durchbrachen den Belagerungsring um den strategisch wichtigen Ort Marea nahe der Grenze zur Türkei.

Aleppo gehört in dem mehr als fünfjährigen syrischen Bürgerkrieg zu den umkämpftesten Gebieten. Die Stadt ist zwischen Anhängern des Regimes und Rebellen geteilt. Die Armee versucht seit längerem, die von ihren Gegnern gehaltenen Viertel von der Außenwelt abzuschneiden. Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt vor allem in Aleppo hatte sich die Opposition von den Genfer Friedensgesprächen zurückgezogen.

Fassbomben im Einsatz

Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge starben in Aleppo allein zehn Menschen, als in dem Stadtteil Al-Schaar Bomben in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses einschlugen. Demnach setzte die syrische Luftwaffe international geächtete Fassbomben ein. Das Video eines oppositionellen Medienaktivisten zeigte massive Schäden und Leichen auf der Straße. Auch die mit Syriens Regime verbündete russische Luftwaffe fliegt in Aleppo und im Umland regelmäßig Angriffe.

Nördlich von Aleppo konnten sich die zuletzt stark unter Druck geratenen Rebellen durch ihren Vormarsch gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Luft verschaffen. Die Extremisten zogen sich aus mehreren Dörfern um Marea und die Stadt Asas zurück, wie Augenzeugen berichteten. Die beiden Orte sind die letzten größeren Städte, die Rebellen nördlich von Aleppo kontrollieren.

Zehntausende Flüchtlinge sitzen fest

Zehntausende Flüchtlinge sitzen in der Region fest, unter anderem weil die Türkei ihre Grenzen geschlossen hat. Die UN schätzen die Zahl der Vertriebenen in dem Gebiet auf rund 160.000.

Der Rückzug der IS-Kämpfer steht in Zusammenhang mit Kämpfen um die von den Extremisten kontrollierte Stadt Manbidsch weiter östlich. Eine von Kurden geführte Allianz war in den vergangenen Tagen bei einer Offensive nahe an Manbidsch herangerückt. Unterstützt wird sie von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition.

Nach Angaben des US-Zentralkommandos dient die geplante Befreiung Manbidschs dazu, die Verbindung des IS zur türkischen Grenze abzuschneiden. Ziel sei es, den Zustrom ausländischer Kämpfer zu begrenzen und die Bedrohung für die Türkei, den Rest Europas und die USA durch die Terrormiliz zu verringern.