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Quote könnte abgeschwächt werden

Quote könnte abgeschwächt werden
(Olivier Hoslet)

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Am Montag startete das Treffen von sechs osteuropäischen Außenministern und ihrem luxemburgischen Kollegen Jean Asselborn. Die EU-Minister wollen offenbar die Quotenregelung abschwächen.

Angesichts wachsender Spannungen zwischen ihren Mitgliedstaaten startet die EU einen neuen Versuch, eine gemeinsame Haltung zur Flüchtlingskrise zu finden. Den Auftakt machte am Montag ein Treffen von sechs osteuropäischen Außenministern mit ihrem luxemburgischen Kollegen und amtierenden EU-Ratspräsidenten Jean Asselborn. Die meisten osteuropäischen Staaten lehnen verbindliche Flüchtlingsquoten ab. Polen erklärte sich unter Bedingungen jedoch bereit, freiwillig mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

«Angesichts der zunehmenden Krise ist Polen in der Lage, freiwillig mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als es die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Quoten vorsehen», schrieb Außenminister Grzegorz Schetyna in einem Beitrag für die Zeitung «Gazeta Wyborcza». Allerdings müssten die EU und ihre Mitglieder dafür ihre Asyl- und Einwanderungspolitik reformieren.

Grenzen «dicht» machen

Der Minister forderte, Europa müsse seine Grenzen «dicht» machen und Aufnahmezentren schaffen, in denen Flüchtlinge registriert und überprüft und von «Wirtschaftsmigranten getrennt» werden könnten. Zudem müsse sich die EU für mehr Stabilität in den Herkunftsländern der Flüchtlinge einsetzen. Die Einführung verbindlicher Quoten zur Verteilung der Flüchtlinge auf die EU-Länder, wie von der EU-Kommission gefordert, sei keine Lösung, schrieb Schetyna.

Am Mittwoch ist ein Krisengipfel der EU zur Flüchtlingsfrage geplant, zur Vorbereitung tagen am Dienstag erneut die Innenminister. Wie aus dem Umfeld der luxemburgischen Präsidentschaft verlautete, erwägen die Minister inzwischen eine abgeschwächte Version des ursprünglichen Vorschlags der EU-Kommission zur Umverteilung von Flüchtlingen in der EU. Unter anderem könnte die Forderung nach verbindlichen Quoten zur Verteilung von 120.000 Flüchtlingen fallengelassen werden, hieß es am Montag.

Schulz warnt

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnte vor Uneinigkeit beim EU-Gipfel. Es müsse eine Vereinbarung gefunden werden, damit die Meinungsverschiedenheiten und Konfliktlinien nicht noch verschärft würden. Schulz sprach sich für mehr Hilfen für die Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes Syrien aus. Es müsse verhindert werden, dass Menschen in ihrer Hoffnungslosigkeit die dortigen Flüchtlingslager verließen und sich auf den Weg nach Europa machten.

Rumänien kündigte am Montag schärfe Strafen für Schlepper an. Unterdessen hält der Zug der Flüchtlinge gen Europa weiter an. In der Nacht zum Montag kamen erneut 3400 Menschen über Ungarn nach Österreich. Ungarn ließ am Montag weitere Flüchtlinge ins Land. In Slowenien warteten 150 Menschen am Grenzübergang Harmica auf Einlass nach Kroatien. Rund 200 syrische Flüchtlinge, die sich zu Fuß von der Türkei nach Deutschland aufmachen wollten, wurden am Montag am Stadtrand von Istanbul von der Polizei gestoppt (Link).

Die Gruppe war seit den frühen Morgenstunden auf dem Standstreifen der Autobahn in Richtung der etwa 240 Kilometer entfernten Landgrenze der Türkei zu Bulgarien und Griechenland marschiert. Am Nachmittag begann die Polizei damit, sie per Bus in Auffanglager zu bringen.

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