Freitag30. Januar 2026

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Polizei wird Vertuschung vorgeworfen

Polizei wird Vertuschung vorgeworfen
(Screenshot/Dagens Nyheter)

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In Stockholm sollen Gruppen mehrheitlich afghanischer Verdächtiger ähnlich wie in Köln Frauen eingekreist, unsittlich berührt und ausgeraubt haben, und zwar bereits im Sommer. Der Polizei wird vorgeworfen, die Fälle aus politischen Gründen verschwiegen zu haben.

Bereits mehrere Monate vor den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht soll es in Stockholm zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. Die Polizei bestätigte am Montag, dass es bei einem Musikfestival in der schwedischen Hauptstadt im August eine großen Zahl von Delikten und zahlreiche Festnahmen gegeben habe. Sie wies aber den Vorwurf zurück, diese bisher verheimlicht zu haben. Die Zeitung «Dagens Nyheter» hatte am Wochenende als erste über die Vorfälle berichtet.

Der Zeitung zufolge sollen bei dem Festival «We are Sthlm» die meisten Verdächtigen Afghanen gewesen sein. Das bestätigte am Montag auch der Leiter der für öffentliche Veranstaltungen der Stadt Stockholm verantwortlichen Abteilung, Roger Ticoalu. Viele von ihnen hätten vorläufige Ausweise bei sich gehabt, wie sie für Asylbewerber ausgestellt werden.

Sexuelle Übergriffe

Ticoalu zufolge erstatten rund 20 Mädchen im Teenageralter Anzeige wegen sexueller Belästigung, 200 Verdächtige wurden aus dem Festivalgelände geworfen, nachdem sie die Mädchen angetanzt, unsittlich berührt und zum Teil ausgeraubt hätten. Ob auch Männer vor Gericht gestellt wurden, war nicht klar.

Vor kurzem waren auch aus der südschwedischen Stadt Kalmar sexuelle Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht bekanntgeworden. Dabei sollen Männergruppen ähnlich wie in Köln ebenfalls Frauen eingekreist und angefasst haben.

«Strafrechtlich verfolgen»

Ticoalu erklärte, dass es bei dem fünftägigen Festival in Stockholm bereits 2014 Berichte gegeben habe, wonach Gruppen von Jugendlichen und jungen Männern systematisch junge Frauen und Mädchen eingekreist und betatscht hätten. Für das Festival im vergangenen Sommer seien deshalb mehr Sicherheitskräfte eingestellt worden, das Problem sei aber noch schlimmer geworden.

Die Polizei selbst äußerte sich nicht zur Nationalität der Verdächtigen. Beamte sagten «Dagens Nyheter», dass das bei mutmaßlichen Straftaten von Ausländern vermieden werde, um den fremdenfeindlichen Schwedendemokraten nicht in die Hände zu spielen. Politiker aller Couleurs verurteilten dieses Vorgehen.

«Die Polizei soll Verbrechen bekämpfen und die Täter strafrechtlich verfolgen», sagte Ministerpräsident Stefan Löfven der schwedischen Nachrichtenagentur TT. «Sie sollte aber nicht – aus welchem Grund auch immer – versuchen, etwas zu verschleiern.»